Kreis Heinsberg: SPD: „Nach vorne schauen”

Kreis Heinsberg : SPD: „Nach vorne schauen”

„Sehr erstaunt”, ja auch „bestürzt” zeigte sich der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Heinsberg, Norbert Spinrath, am Montag auf Anfrage in einer ersten Reaktion auf den turbulenten Sonntag an der Spitze der Bundespartei.

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil, der am Samstag - wie berichtet - bei einer Konferenz in der Oerather Mühle in Erkelenz zu Gast war, habe ihm am Rande dieser Veranstaltung noch signalisiert, dass eine gute und einvernehmliche Lösung für die Klausurtagung am Schwielowsee in Brandenburg vorbereitet sei.

Die Nominierung von Außenminister Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidat habe er erwartet, so Spinrath, aber den Rücktritt von Kurt Beck als Parteivorsitzender nicht. Beck sei „sehr übel mitgespielt” worden. Er habe keine Chance gehabt, sich wirklich durchzusetzen, so Spinraths Einschätzung. Von einer Reihe von Medien sei Beck „kaputtgeschrieben” worden - „manchmal unter Zutun von geneigten Parteikreisen”.

Dieser Zustand müsse dringend beendet werden. Spinrath: „Wir müssen nach vorne schauen. Wir müssen Geschlossenheit zeigen. Und wir müssen endlich begreifen, dass parteiinterne Streitigkeiten nicht weiterhelfen.” Das Grundsatzprogramm der SPD sei Beschlusslage. Es gelte nun, auf dieser Grundlage Politik zu gestalten. Und er sei überzeugt davon, so Spinrath, dass „wir die richtigen Inhalte haben und auch die richtigen Leute, um diese Politik durchzusetzen”, Doch dies werde ohne Geschlossenheit nicht gelingen.

„Kurt Beck tut mit sehr leid”, sagte der Geschäftsführer des SPD-Unterbezirks, Ralf Derichs, am Montag. Zumal er Beck für eine integre Persönlichkeit halte. Er sei aber dem Politikbetrieb in Berlin erlegen. „Mit der neuen Personalsituation ist eine Klärung entstanden, die Perspektiven nach vorne zeigt”, so Derichs. Nun sei es Sache der Partei, sich geschlossen hinter das Führungsduo - Steinmeier und Müntefering - zu stellen. „Wenn das gelingen sollte, hat die SPD auch die Chance, aus dem Stimmungstief herauszukommen.”