Sparkasse schließt sechs Geschäftsstellen

Sparkasse schließt sechs Geschäftsstellen

Kreis Heinsberg. Aus „betriebswirtschaftlichen Gründen” wird die Kreissparkasse Heinsberg mit Wirkung vom 6. Oktober insgesamt sechs Geschäftsstellen schließen.

Betroffen sind die Kunden in Unterbruch, Gillrath und Ratheim-Busch sowie in Dalheim, Wildenrath und Klinkum.

„Anspruchsvolle Kundenberatungen in komplexen Finanzfragen können nicht mehr durch diese kleinen Geschäftsstellen in der vom Kunden erwarteten Qualität und Vielseitigkeit vorgenommen werden”, erklärte KSK-Vorstandsvorsitzender Horst Wiegand bei einem Pressegespräch am Freitag.

Daher habe die Sparkasse acht Vermögensberatungscenter in den Filialdirektionen sowie kreisweit vier weitere Beratungscenter für Firmenkunden geschaffen.

Wiegand sprach auch Veränderungen im Umfeld der Geschäftsstellen an: Einkäufe würden in der nächsten Stadt getätigt, Arbeitsplätze in die Gewerbegebiete von zentralen Orten verlagert und der Bargeldbedarf über Geldausgabeautomaten gedeckt.

Hinzu kämen die neuen Informationstechnologien: So würden bereits 17.900 der 87.900 Girokunden das so genannte Elektronic Banking nutzen.

Unter dem Strich seien die sechs jeweils mit einem Mitarbeiter besetzten Geschäftsstellen nicht mehr rentabel zu betreiben.

„Wir wissen, dass dies keinen Jubel in den Orten auslösen wird”, sagte Wiegand. Aber auch bei früheren Schließungen in anderen Orten seien die Kunden „zu 99 Prozent bei uns geblieben”.

Mit Blick auf die Kostensituation müssten bisweilen unbequeme Entscheidungen getroffen werden. Für die nächsten drei bis vier Jahre sei jedoch nicht mit weiteren Schließungen zu rechnen.

Die Kreissparkasse, die vor einem Investitionsschub steht, was neue Technologien angeht, vollzieht derzeit - ohne Entlassungen - eine allmähliche Personalreduzierung: Ausgehend von 730 Mitarbeitern Ende 2001, wird die Zahl von 660 Ende 2004 angestrebt.

Trotzdem war von Wiegand ein grundsätzliches Bekenntnis zur Kundennähe und flächendeckenden Versorgung zu hören: Auch wenn jetzt die Zahl der mit Personal besetzten Geschäftsstellen von 58 auf 52 verringert werde (knapp 400.000 Euro pro Jahr hofft die KSK so einsparen zu können), so sei das gesamte Netz von Geschäfts- und Servicestellen im Kreis in den vergangenen vier Jahren doch deutlich ausgeweitet worden: mit 13 Geldausgabeautomaten außerhalb des Geschäftsstellennetzes, zum Beispiel in Tankstellen und Einkaufscentern.

Bekannt gegeben wurden am Freitag auch neue Öffnungszeiten für elf verschiedene KSK-Geschäftsstellen (siehe Bericht im Lokal-Innenteil dieser Ausgabe).

„Absolut kein Thema” und dies „für eine lange Frist” ist laut KSK-Chef Horst Wiegand das Thema Fusion. Eine Notwendigkeit zum Zusammengehen mit benachbarten Sparkassen sei nicht gegeben, zähle die Kreissparkasse Heinsberg doch zu den 100 größten von über 500 Sparkassen in Deutschland.