Hückelhoven-Ratheim: Sommerprojekt der KG „All onger eene Hoot”

Hückelhoven-Ratheim : Sommerprojekt der KG „All onger eene Hoot”

Auf einen ausgeprägten Sinn für Ästhetik kommt es an. Aber auch auf Kraft und Schnelligkeit.

Schmerzen bei ungeübten Laien die Muskeln allein schon vom Zuschauen, fängt bei den Profis der Spaß erst so richtig an - zum Beispiel wenn es gilt, aus dem Stand in Sekundenschnelle einen Spagat zu vollführen.

Diese und viele weitere scheinbar mit verblüffender Leichtigkeit ausgeführten Figuren waren während des dritten Sommer-Tanz-Projektes der KG „All onger eene Hoot” keine Seltenheit, sondern die Regel.

Rund 170 Teilnehmer ab elf Jahren feilten von Freitag bis Sonntag in der Mehrzweckhalle in Ratheim an ihrem Können und lernten Neues hinzu.

Das Wichtigste: Sie hatten Spaß an der Sache, die ihnen zweifellos viel Mühe und Schweiß abverlangte. „Jeder kann, keiner muss”, erklärte Ideengeber und Hauptorganisator Guido Kozak die Maxime des dreitägigen Tanztrainings. Oder anders: „Weniger ist mehr als nix!”

Mehr als wenig - sogar sehr viel mehr - hatte dagegen die Mehrheit der Tanzwilligen zu bieten. Zusammen mit den beiden Gasttrainern Kerstin Bartz und Daniel Brock erarbeitete Kozak konditionelle Grundlagen, demonstrierte spezifisches Krafttraining, erarbeitete Choreographien und brachte den motivierten Teilnehmern zudem die richtigen Entspannungstechniken näher.

„Tanzsport ist Leistungssport”, weiß der junge Ausbilder. „Die Anforderungen sind recht hoch”. Es solle aber jedem Tänzer ermöglicht werden, den Übungen ohne Stress folgen zu können.

Nicht allein der Garde- und Mariechentanz des Karnevals stand auf dem Programm. Das Spektrum interessanter Varianten reichte weiter: „Akrobatik für alle” hieß es am Samstag, hinzu kam später noch das „Hip-Hop-Special”, tags darauf begeisterten die Rhythmen aus dem Musical „Miami Nights”.

Das Blut in Wallung versetzte lateinamerikanisch angehauchte „Salsa- und Dance-Aerobic”. Organisator Kozak: „Wir gucken schon ein bisschen über den Tellerrand.”

In den vergangenen beiden Jahren hat er das Programm alleine durchgezogen, doch mittlerweile ist es zu umfangreich für eine Einzelperson geworden. Und die Anstrengungen fordern ihren Tribut. „Du brauchst zwischendurch mal eine halbe Stunde Ruhe.”

Kennen gelernt und für das Tanz-Projekt interessiert hat er seine beiden Kollegen in einem Internet-Forum speziell für den karnevalistischen Tanzsport. Ohnehin eine gute Werbeplattform, weiß Kozak, der sich in der Ratheimer KG als Trainer engagiert.

Waren einige Teilnehmer sogar aus dem süddeutschen Raum angereist. Der kommerzielle Faktor spiele beim Trainings-Wochenende eine eher untergeordnete Rolle. Ab und an ein „müder Pfennig”, mehr wäre nicht drin, so Kozak. Viel kostbarer sei es ohnehin, Erfahrungen sammeln zu dürfen - sowohl für die Teilnehmer als auch für die Trainer.

Und nach der schweißtreibenden Arbeit? Weiterhin Spaß haben bei den „After-Show-Parties” und sich untereinander besser kennen lernen. Alkohol? Der wahre Kenner bevorzugt nach den anstrengenden Kursen isotonische Durstlöscher.

Und wenn Alkohol, dann nur in Maßen, versteht sich. „Nach der ersten Tanz-Stunde am nächsten Morgen ist das wieder ausgeschwitzt!"