Wassenberg: Solo-Preisträger brillieren auch als Orchester

Wassenberg : Solo-Preisträger brillieren auch als Orchester

In der Reihe herausragender Konzertangebote des Kulturfördervereins Wassenberg nimmt das Konzert der Jungbläserphilharmonie des Landes NRW im Forum der Betty-Reis-Gesamtschule den ersten Platz ein.

Die 65 Jungmusiker im Alter von 15 bis 25 Jahren, zu denen viele Preisträger im Wettbewerb „Jugend musiziert” gehören, boten ein Bild strahlender Jugend.

Die starke Persönlichkeit des niederländischen Gastdirigenten Maurice Hamers, Professor der Hochschule für Musik Nürnberg/Augsburg, vermittelte den Eindruck eines „heißen Drahtes” zu jedem Register und jedem Solisten.

Alle Konzertstücke faszinierten die begeistert applaudierenden Zuhörer. Die Arbeit der auch im Ausland und in Übersee auftretenden Jungbläserphilharmonie ist eine nicht hoch genug einzuschätzende kulturfördernde Aufgabe des zuständigen Ministeriums mit Organisation und Trägerschaft des Landesmusikrates NRW.

Die einfühlsame Moderation des Wassenberger Konzertes durch den langjährigen Orchester-Begleiter Munsters trug wesentlich dazu bei, die Bindung zwischen Orchester und Publikum noch zu stärken.

„Godspeed” von Stephan Melillo bestach durch jugendlichen Elan und unbändige Energie in einem stark rhythmisch betonten Stakkato; in feinfühligem Kontrast dazu im Mittelteil die Holzbläser und ein schön anmutendes Flöten-Solo.

„Fantasy Tales”, eine Auftragskomposition des 1960 im belgischen Tongeren geborenen Piet Swerts, „erzählt” über Landschaft und Charaktere der Menschen in seinem Heimatdorf.

Die Hörner-Gruppe begleitet in ruhigem Gleichklang das Hervorbrechen der verschiedenen Temperamente. Der Beifall für „Fantasy” war stürmisch.

„Incantation and Dance” ist eine Komposition von John Barnes Chance für Blasorchester. Incantation und Rhythmik verschmelzen schließlich in einer harmonischen Einheit nach einem furiosen Dialog der Register.

Zum Abschluss des ersten Teiles erklang „Jerusalem” des 82-jährigen Alfred Reed. Er wird die bald beginnende Südeuropa-Tournee der Jungbläserphilharmonie NRW als Gastdirigent begleiten. Sein „Jerusalem” gehörte zu den tiefsten Eindrücken, die das Wassenberger Konzert hinterließ.

Ein herrliches Flötensolo lässt die lyrische Tonmalerei aufblühen, immer wieder ergreifend untermalt durch die Hörner. Spielerisch beschwingt das Thema der Klarinetten und schließlich ein Finale, das alle Gefühle sprengt.

Den zweiten Teil des Konzertes eröffnete Professor Hamers mit der Ballettmusik aus „Faust” von Charles Gounod, der mit seinem „französischen Stil” eine „andere Welt der Oper” kreierte.

Die Jazz-Suite von Dimitri Schostakovitsch in einem phantastischen Arrangement des Amsterdamers Johan de Meij war ein „schmelzendes Sahnebonbon”. „Slava” von Leonhard Bernstein war „Jazz pur”.

Der auch hier zulande von symphonischen Blasorchestern gern gespielte John Miles in einem Arrangement von Philip Sparks war einfach mitreißend gespielte „Music” für Herz und Gemüt.

Da blieb nur noch der irische „Riverdance” von Bill Whelan, um einen Schlusspunkt zu setzen, der umso besser verstehen lässt, warum diese 65 jungen Musiker und Musikerinnen so begeistert bei einer Sache sind, die von Vielen als das „Schönste auf der Welt” empfunden wird.

Hermann-Josef Kitschen bedankte sich im Namen des Publikums und des Kulturfördervereins für ein Konzert der Sonderklasse.