Wassenberg: „So hätten wir da einen Schlauch”

Wassenberg : „So hätten wir da einen Schlauch”

Das am Birgelener Ortsrand liegende Erweiterungsgebiet „Am Krummen Morgen” zählt zu den so genannten „brachliegenden Vermögenspotenzialen” der Stadt Wassenberg und soll bald in klingende Münze umgewandelt werden.

Bis zu 22 Wohneinheiten - 18 Einfamilien- und zwei Doppelhäuser - sind auf dem städtischen Grundstück vorgesehen.

In der jüngsten Planungsausschusssitzung stellte Stadtplaner Jens Beeck einen ersten Entwurf als Diskussionsgrundlage vor. Die Gestaltungsmöglichkeiten, so räumte Beeck ein, seien wegen der geringen Bautiefe eingeschränkt.

Als Erschließung der Baugrundstücke ist eine Verbindungsstraße zwischen dem Oberen und dem Mittleren Weg geplant, die gleichzeitig die „Begrenzungen” des Bebauungsplans darstellten. Diese Verbindungsstraße (Spielstraße) mit einer angedachten Gesamtbreite von 6,50 Meter könnte in der Mitte durch eine Insel verkehrsberuhigt werden.

In einer Aufweitung dieser Insel könnte ein Spielplatz angelegt und gegenüber eine Grünfläche mit Sitzbänken eingerichtet werden. Im Baugebiet würden nur eingeschossige Einfamilienhäuser zugelassen, mit Ausnahme zweier größerer Grundstücke, die zum Oberen Weg hin gelegen sind.

Die Grundstücksgrößen betragen nach dem bisherigen Entwurf im Schnitt 420 Quadratmeter, wobei die kleinsten, die an den Mittleren angrenzen, 375 Quadratmeter umfassen würden und die beiden für Doppelhäuser vorgesehenen um die 680 Quadratmeter groß wären. Eine Hecke soll das Plangebiet am Oberen Weg optisch abrunden.

Das Ungewöhnliche an diesem ersten Entwurf ist die Tatsache, dass die Fronten der Grundstücke 22 bis 24 Meter lang sind, die Tiefen dagegen nur 19 Meter erreichen.

Die Resonanz aus den Fraktionen auf diesen Entwurf waren verhalten. „Auf einem so schmalen Streifen zu planen, ist sicher schwer”, meinte der Birgelener Ortsvorsteher Karl-Heinz Dohmen, aber der Plan wirke auf ihn wie „Wir wollen und können nicht”.

Dohmen: „So hätten wir da einen Schlauch, das ist keine Wohnqualität mehr.” Bürgermeister Manfred Erdweg gab zu bedenken, „dass hinter diesem Plan auch gewisse finanzielle Erwartungen stehen”. Er bat daher, ihn nicht auf die lange Bank zu schieben.

Aus der Diskussion über den Plan ergaben sich unter anderem diese Vorschläge: die Grundstücke neu zuschneiden, eventuell vergrößern (mehr Tiefe, kürzere Front), nötigenfalls angrenzendes Land zukaufen; die Straßenbreite auf zirka fünf Meter reduzieren; die Verengung in der Straßenmitte aufpflastern und kein Vorrang für eine Fahrtrichtung; Spielplatz und Sitzgruppe räumlich voneinander trennen, um zu vermeiden, dass Kinder über den Fahrweg von und zu den Eltern hin und her laufen.