Erkelenz: Skizzen auf der Weide führen zu Ölmalerei

Erkelenz : Skizzen auf der Weide führen zu Ölmalerei

„Kunst komme nicht von Kündigen”. So lautete ein Leserbrief, in dem sich ein Bürger seinen Frust über die derzeitig miese Wirtschaftslage Luft verschaffte.

So meinte der Bürger, insbesondere die Kunst käme nun im Zuge der Sparmaßnahmen viel zu kurz. „Der Pinsel des Wegstreichens” sei jedoch noch nicht zu heftig im Erkelenzer Land durch die Kunstangebote gefegt, meinte der stellvertretende Bürgermeister Theo Clemens bei der Ausstellungseröffnung in Haus Spiess. „Ich hoffe, dass es auch so bleibt.”

In Haus Spiess stellt zur Zeit die 1959 geborene Künstlerin Bettina Klos aus Nettetal-Schaag ihre Werke „Niederrheinkühe” in Ölmalerei aus.

Die Künstlerin, die eine Ausbildung in Glasmalerei absolvierte, kennt und liebt ihre Heimat.

Die Idee, Kühe zu zeichnen und „Konzepte besonderer Art auszuarbeiten”, sei tief verwurzelt. Ihr gefalle einfach alles an dem Tier. Angefangen bei den typischen Bewegungen, der Ausstrahlung, der Ruhe und Sanftmut bis hin zu den rein äußerlichen, „rhythmischen Bewegungen.”

Ihre Werke beginne sie stets mit Skizzen auf der Weide in Bleistift, Kohle oder Pastell. „Im Atelier setze ich so manche Skizze dann in Öl um.” Ihre Arbeit sei ein fortlaufender Prozess. Besonders erwähnenswert seien dabei die Bewegungsstudien. Ein Ablauf, der sich mitunter wochenlang hinziehen könne, bis sie letztlich wirklich mit ihrer Arbeit zufrieden sei.

So sei schließlich die Serie „Niederrheinkühe” in Öl entstanden, von der nun rund 45 Werke bis Sonntag, 2. Februar, in Haus Spiess bewundert werden können.

Faszinierend an diesen Werken sei vor allem die intensive Farbgebung, meinte die Lyrikerin Carola Klos, die zur Einführung sprach. Sie verriet den Gästen auch, dass Bettina Klos, bevor sie ihre Vorliebe für die Niederrheinkuh entdeckt habe, zuerst Pferde, wie etwa die Zebraherde von 1994. in ihren Arbeiten verewigt habe.

Der Niederrhein habe für die Künstlerin viel zu bieten: „Der größte Teil des Niederrheins ist offene Kulturlandschaft”, schwärmt die Künstlerin, die schon viele Ausstellungen und Studienreisen gemacht hat. Ihrer Meinung nach gehört das Nettetal zu den landschaftlich reizvollsten und naturwissenschaftlich wertvollsten Gebieten des Niederrheins.