Kreis Heinsberg: Siemens macht sich stets „fit für die Zukunft“

Kreis Heinsberg : Siemens macht sich stets „fit für die Zukunft“

Für den neuen Siemens-Standortleiter Oliver Hagemann steht fest: „Das Prüfcenter Wildenrath ist eine Erfolgsgeschichte.“ Und diese Story will der Konzern, der zu den Partnern der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG) beim Standortmarketing unter dem Motto „Spitze im Westen“ gehört, weiterschreiben.

Schon vor fünf Jahren war die 100-Millionen-Euro-Marke beim Auf- und Ausbau des 1997 eröffneten Bahnzentrums auf dem ehemaligen Flugplatzgelände der Royal Air Force längst überschritten.

Erst im vergangenen Herbst war ein weiterer Hallenneubau eingeweiht worden: Um für Prüfungen, Tests und Inbetriebsetzungen ­sowohl der 1140 Desiro-City-Wagen für die Thameslink-Strecke in Südengland, aber auch der Eurostar-Züge (für den Bahnverkehr unter dem Ärmelkanal) sowie der ICE-Nachfolger vom Typ ICx (für die Deutsche Bahn) gerüstet zu sein, war mit einem Gesamtinvestment von rund 30 Millionen Euro eine dritte Zugbildungshalle errichtet worden. „Wir machen uns stets fit für die Zukunft“, so Hagemann.

Und es wird weiter investiert: 2015/2016 soll ein neuer Umrichter errichtet werden, mit dessen Hilfe Bahnstrom in jeder gewünschten Form, wie er von Bahnfahrzeugen weltweit in den verschiedenen Stromsystemen mit ihren unterschiedlichen Spannungen abgenommen wird, zur Verfügung gestellt werden kann. So sind noch realistischere Tests möglich.

Rund 400 Mitarbeiter sind zurzeit auf dem Siemens-Areal im Wegberg-Oval tätig; die Mehrzahl gehört zu den Projektteams, die mit „ihren“ Zügen ins Prüfcenter kommen.

Vor allem die Nähe zwischen dem Siemens-Werk in ­Krefeld-Uerdingen, der „Bahnschmiede“, die ein Kompetenzzentrum für Hochgeschwindigkeits- und Regionalzüge ist, und der als weltweit einzigartig geltenden Einrichtung in Wegberg-Wildenrath mit großem und kleinem Testring, drei weiteren Testgleisen und den Hallenbauten stellt Oliver Hagemann heraus: „Es muss ineinander greifen. Da wird Hand in Hand gearbeitet. Das ist ein enormer Vorteil.“

Auch beim ICx — der Milliardenauftrag zum Bau von bis zu 300 neuen Fernverkehrszügen ist der größte überhaupt in der Siemens-Geschichte — laufe die Fertigung in Krefeld-Uerdingen reibungslos, und die Tests in Wegberg-Wildenrath seien planmäßig angelaufen.

Eine aktuelle Nachricht stimmt Siemens positiv: Beim Projekt Rhein-Ruhr-Express (RRX) haben die Verkehrsverbände sich darauf geeinigt, Siemens den Zuschlag für Bau und Instandhaltung von 82 RRX-Zügen zu geben. „Die erste Hürde ist geschafft“, freut sich Siemens-Pressesprecher Georg Lohmann. Allerdings müssten noch politische Gremien ihre Zustimmung erteilen und eventuelle Einsprüche von Mitbewerbern abgewartet werden, schränkt er ein.

Aber auch über ICx, Eurostar, Desiro City oder bald vielleicht auch RRX hinaus ist die Infrastruktur in Wildenrath gefragt. Dies gilt bei anderen Siemens-Projekten — wie zum Beispiel bei der U-Bahn für München oder der Straßenbahn für Katar — ebenso wie für Mitbewerber von Siemens, die das Spektrum der Testmöglichkeiten in Wildenrath zu schätzen wissen, und auch für Forscher vor allem von der RWTH Aachen.

(disch)