Waldfeucht/Gangelt/Selfkant: „Selfkant - sicher mobil!” - Bürger sollen sagen, wo der Schuh drückt

Waldfeucht/Gangelt/Selfkant : „Selfkant - sicher mobil!” - Bürger sollen sagen, wo der Schuh drückt

„Gemeinsam wollen wir erreichen, dass das Leben im ländlichen Raum auch für Senioren lebenswert bleibt, und so der Abwanderung in die Städte entgegenwirken.” Das war die Zielvorgabe von Waldfeuchts Bürgermeister Johannes von Helden bei der Auftaktveranstaltung zum Projekt „Der Selfkant - sicher mobil!”

Das Netzwerk „Verkehrssichere Städte und Gemeinden im Rheinland”, die Region und der Kreis hatten zum offiziellen Projektstart in die Gemeinschaftshauptschule Haaren eingeladen.

Fachvorträge, Sitzungen der Arbeitsgruppen und Aktionen drehten sich ums Thema Mobilität - in erster Linie von Senioren. Der Zeitungsverlag Aachen war bei dieser Auftaktveranstaltung Medienpartner. Als Moderator fungierte Regionalredakteur Dieter Schuhmachers, dem in der Eröffnungsrunde die Bürgermeister Johannes von Helden (Waldfeucht), Bernhard Tholen (Gangelt) und Herbert Corsten (Selfkant) sowie Kreisdirektor Peter Deckers Rede und Antwort standen.

Dabei wurde die Hoffnung geäußert, Anregungen, Ideen und konstruktive Kritik von Bürgern aus deren Alltag zu erfahren, um dann Verbesserungen in Angriff nehmen zu können. Die Bürger seien aufgerufen, aktiv an diesem (auf zwei Jahre angelegten und von der Eugen-Otto-Butz-Stiftung finanzierten) Projekt mitzuwirken. Individuelle und pfiffige Lösungen würden angestrebt.

Über Netzwerke für mehr Seniorenmobilität referierte Theo Jansen vom Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS); das Rheinland-Netzwerk ist beim VRS angesiedelt. Rolf Hoppe von der Planungsgesellschaft Verkehr Köln ging auf die sichere Mobilität älterer Menschen ein und zeigte eine Vielzahl von Barrieren auf. Den Multi-Bus im Kreis Heinsberg lobte er als gute Lösung, aber es müssten mehr mitfahren, mahnte er mehr Kommunikation an.

Dr.Christiane Wilke von der Deutschen Sporthochschule Köln trug unter dem Titel „Fit im Alter - Aktiv sein lohnt sich” ein aufschlussreiches Plädoyer für mehr Bewegung vor. Beide lieferten zugleich Anregungen für die Arbeitsgruppen, die danach unter Leitung von Swantje Küpper, Anne Tekaat und Katja Naefe tagten. Verkehrs- und Wohnumfeldgestaltung, Nahversorgung, Mobilität und Lebensqualität, Beratung und Öffentlichkeitsarbeit sind die Themenfelder.

Eines wurde deutlich: Um nicht nur Multiplikatoren zu erreichen, sondern auch den direkten Draht zu den Senioren zu finden, soll in der Region „Der Selfkant” vor allem die gute Struktur der Vereinswelt genutzt werden. Denn die eigentlichen Experten - dies wurde immer wieder betont - seien die Senioren selbst. Die Bürger sollten sagen, was sie wünschten und wo der Schuh drücke. So könnten konkrete Strategien entwickelt werden.

Aktionen waren ebenfalls angesagt: Christian Hoverath zeigte den Gästen ein Multi-Bus-Fahrzeug. Henny Widdershoven hatte seniorengerechte Fahrräder mitgebracht. Polizeihauptkommissar Michael Okuhn und sein Team stellten die Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei vor. Und Rehabilitationslehrer Oliver Simon machte bei Führungen unter Augenbinden das Thema „Sehbehinderung und Verkehr” auf eindrucksvolle Art und Weise deutlich.