Hückelhoven-Doveren: Selbst älteste Raritäten knattern munter vor sich hin

Hückelhoven-Doveren : Selbst älteste Raritäten knattern munter vor sich hin

Angefangen hat alles mit einer 12-PS-Zugmaschine im Jahr 1921. Die Marke Lanz-Bulldog war geboren.

„Tatsächlich ähnelt die Silhouette dieses Urtyps derjenigen einer Bulldogge”, erklärt Willi Lanz, der Vorsitzende des Lanz-Bulldog-Vereins West bei einem Rundgang auf dem historischen Erntefest. Daher rühre der Name.

Tummelplatz für weit über 250 Maschinen landwirtschaftlicher Art und ihre Besitzer war am Wochenende der Kühler Hof.

Die stählernen Sehenswürdigkeiten wurden Besuchern unter freiem Himmel präsentiert. Zu Demonstrationszwecken, denn alle Exponate befinden sich im voll funktionsfähigen Zustand.

„Die laufen mit allem, was brennt”, unterstreicht Willi Lanz die Robustheit der bulligen Konstruktionen. „Da können Sie auch Schweröl einfüllen.”

Schnell fügt er hinzu: „Sollten Sie aber nicht!” Sehr am Herzen liegt ihm und den übrigen 165 Mitgliedern schließlich die Unversehrtheit ihrer Raritäten.

Das neueste Schmuckstück des Vereins ist die Lanz KL IV, eine Kleedreschmaschine von 1919 aus Luxemburg. „In Deutschland gibt es keine mehr, vielleicht in ganz Europa nicht”, so Willi Lanz.

Via Internet hat der Vorbesitzer Kontakt mit den Lanz-Bulldog-Freunden aufgenommen. Auf der vereinseigenen Homepage (http://www.lanzbulldog.de) herrsche reger Betrieb, berichtet Lanz.

Die Kleedreschmaschine sei ein Glücksfall gewesen: In sehr gutem Zustand befindlich, musste sie nur gesäubert und gefettet werden. Ihre Besonderheit: Der Oberbau besteht aus Holz, nur der Rahmen ist aus Eisen. Die Vereinsmitglieder ließen es sich nicht nehmen, die Antiquität einmal anzuwerfen. Ohne Anzeichen von Ermüdung knattert sie zufrieden vor sich hin.

Ein paar Schritte weiter eine Korndreschmaschine aus den 30er Jahren, die Stahl-Lanz DA 18. Wie der Name vermuten lässt, dominiert hier harter Stahl. Eine nicht unumstrittene Bauweise, die die Fachwelt damals in höchste Erregung versetzte, weiß der Vorsitzende. Ein klar zukunftsweisendes Design besitzt der selbst fahrende Mähdrescher aus dem Hause Lanz-Bulldog, Anfang der 50er Jahre entstanden.

Toleranz herrscht unter den Mitgliedern auch gegenüber anderen Fabrikaten. „Alle Oldtimer-Fahrzeuge sind uns gleich lieb”, beseitigt Willi Lanz alle Zweifel.