Geilenkirchen/Heinsberg: Seemann sitzt jetzt fast drei Jahre im „Trockendock”

Geilenkirchen/Heinsberg : Seemann sitzt jetzt fast drei Jahre im „Trockendock”

Es war ein richtiger Zufall, der im September 2007 einem heute 32-jährigen Polen zum Verhängnis wurde. Er hatte zwischen November 1999 und Mai 2002 vier Einbruchsdiebstähle begangen und wurde deswegen per Haftbefehl gesucht.

Der Mann hatte sich eine zeitlang in Heinsberg aufgehalten, lebt inzwischen aber wieder in Polen und war bei der Ausreise in eine Kontrolle geraten und wurde festgenommen. Bis dahin war er als Kraftfahrer tätig und pendelte zwischen Polen und Deutschland. Jetzt musste er sich wegen der vier Straftaten vor dem Schöffengericht in Geilenkirchen verantworten.

Fast während der gesamten Verhandlungsdauer von knapp drei Stunden blickte der Angeklagte zu Boden, wurde nicht müde, zu betonen, dass ihm alles sehr leid tue. „Das waren meine Jugendfehler”, übersetzte die eigens engagierte Dolmetscherin die Einlassung des Polen.

Der gelernte Seemann, der seit seiner Festnahme in Haft sitzt, hat mit einem Kanaldeckel die Schaufenster von drei Ladengeschäften eingeworfen und dann, in zwei Fällen mit einem Mittäter, Waren im Gesamtwert von gut 40.000 Euro entwendet. Darunter befanden sich unter anderem hochwertige Lederjacken, Kameraausrüstungen und Zubehör. Auch soll er ein Auto aufgebrochen und kurzgeschlossen haben, das bei einem Einbruch als Tatfahrzeug benutzt wurde.

An den letzten Fall konnte er sich nicht mehr so recht erinnern, aber Staatsanwalt Drews folgerte aus der Tatsache, dass sowohl Zündschloss als auch Fahrertür beim später im Feld gefundenen Pkw aufgebrochen waren, dass der Wagen wohl nur als Tatfahrzeug in Frage kam und nicht geliehen sein konnte, wie der Angeklagte zu Protokoll gab.

Im Übrigen zeigte er sich geständig, offenbarte aber häufig erst auf Nachfrage des vorsitzenden Richters Anselm Pütz Details zum Tathergang. Zudem nannte er noch Details zu den beiden Mittätern, die in zwei der vier angeklagten Fälle mit von der Partie waren.

„Dass sie jung waren und dass man dann sowas macht, kann ich nicht nachvollziehen”, kommentierte Pütz die Aussagen des 32-Jährigen.

Und da er sich auch nicht mehr genau an die von ihm in Deutschland schon begangenen Straftaten erinnern könne, forderte der Staatsanwalt insgesamt eine Strafe von zwei Jahren und zehn Monaten, die aufgrund der Höhe nicht mehr zu Bewährung ausgesetzt werden kann. Trotz des Einwurfs von Verteidiger Rechtsanwalt Klein entsprach das Schöffengericht am Ende dem beantragten Strafmaß.