Erkelenz: Schwerstarbeit für Backofen beim Ferienprogramm

Erkelenz : Schwerstarbeit für Backofen beim Ferienprogramm

„Erst die Hände waschen”, ermahnt Jugendleiterin Gabi Lanze ihre fünf Assistenz-Bäcker, bevor es ans Eingemachte oder vielmehr an den frischen Hefeteig geht.

Die Erzieherin schleust im Zehn-Minuten-Rhythmus ein Kinder-Quintett nach dem anderen durch die Küche des evangelischen Jugendzentrums „ZaK” - bei mehr als einer Handvoll Kindern würde auch akuter Platzmangel entstehen. So jedoch behält Gabi Lanze den Überblick über die vielen Jungen und Mädchen, die am Ferienprogramm des „ZaK” teilnehmen.

Es ist Mittwochnachmittag und ziemlich heiß in dem dreieckigen Raum mit seinem auf Hochtouren laufenden Backofen. „Pizza zu backen ist hier der Renner”, weiß die Chef-Bäckerin. „Es gibt, glaube ich, kein Kind, das keine Pizza mag.” So erstaunt es auch nicht weiter, dass die Jungen und Mädchen vor der Küchentüre in einer langen Schlange stehen.

Sechs Kilogramm Mehl, drei Kilogramm Käse sowie weitere Großpackungen mit schmackhaften Belägen wie Salami oder Schinken werden an diesem Ferienspiel-Tag verarbeitet.

„Jetzt nimmt jeder einen Klumpen Teig und formt ihn mit der Handfläche”, erklärt die Jugendleiterin ihren Schützlingen. Schon hier zeigen sich unterschiedliche Zubereitungstechniken. Allzu brutal, empfiehlt Gabi Lanze nachdrücklich, sollte man mit dem Boden aber besser nicht umgehen . . .

Nachdem jeder einen Klecks Tomatensoße auf seinem Pizza-Rund verteilt hat, gehen die Kinder zwischen 6 und 15 Jahren endgültig getrennte Wege - selbstverständlich nur im kulinarischen Sinne.

Der eine befördert extra viel Käse auf seinen Teig, der andere verzichtet lieber ganz auf den klebrigen Gouda. Auch bei der Wahl passender Beläge und deren Mischverhältnis scheiden sich die Geister. Hauptsache, es schmeckt am Ende.

Im Gegensatz zu Mamas Küche gibt es einen großen Vorteil: Kleine Pizzabäcker kriegen im „ZaK” nicht direkt eine Standpauke, wenn sie ein wenig matschen. Sollten die Kleineren mal zu viel Mehl aufwirbeln, greift Gabi Lanze aber dennoch lenkend ein. Auch rote Tomatenflecken an den weißen Wänden machen sich verständlicherweise nicht so gut.

Nach getaner Arbeit und kurzer Wartezeit kommt schließlich der schönste Moment: Die dampfende Pizza wandert wieder in die Hände ihrer Bäcker - knusprig sieht sie zumeist aus und duftet verführerisch.

Und dass sie auch geschmeckt hat, davon erzählen die jungen Pizzabäcker jedem neu dazugekommenen Ferienkind nur allzu gerne. Das Ferienprogramm geht am Mittwoch weiter.

Den Pizzateig bereitet Gabi Lanze selbst zu, von Fertigmischungen will sie nichts wissen. In jahrelanger Praxis hat sie ihr eigenes Rezept perfektioniert. Ihr Tipp für Liebhaber des italienischen „Nationalgerichtes”: Ein Schuss Essig im Hefeteig, bewirkt einen geschmacklich ganz besonderen „Touch”.