Heinsberg-Unterbruch: Schwer erkrankt und kein Geld für den Umzug

Heinsberg-Unterbruch : Schwer erkrankt und kein Geld für den Umzug

„Da hinten ist die Wohnung!” Magdalena Galewski zeigt auf dem Foto, das sie auf dem Bildschirm ihres Computers sieht, ans hintere Ende des Flures. Noch wohnt die 80-Jährige mit ihrem Mann Helmut (68) in Unterbruch, aber schon bald wollen die beiden in Bremen sein. Denn hier wohnt jetzt ihr Sohn Guido.

Der Grund für den Umzug: Beide sind plötzlich schwer erkrankt und mittlerweile beide Pflegefälle. Aber der Sohn wohnt weit weg, in Bremen, will die beiden nun aber in seine Nähe holen, um sich um sie kümmern zu können. Derzeit ist der Computer für die alte Dame die einzige Möglichkeit, mit ihrem Sohn schnell zu kommunizieren. Sie schreibt ihm übers Internet. Telefonieren kann sie nicht mit ihm, denn sie hört nur sehr schwer.

Die Sache mit dem geplanten Umzug hat nur einen Haken: „Weder der Sohn noch seine Eltern sind derzeit finanziell in der Lage, ihn durch ein Fachunternehmen durchführen zu lassen”, so Volker Derichs, ein Freund der Familie. Zudem sei der Freund aufgrund von Problemen mit seiner Wirbelsäule selbst nicht in der Lage, schwer zu heben oder zu tragen.

Deshalb wandte Derichs sich mit einer außergewöhnlichen Bitte an unsere Zeitung: „Wir suchen Umzugskartons, vor allem aber freiwillige Helfer, die uns ab dem zweiten Weihnachtstag bis zum 30. Dezember helfen, Möbel auseinander zu bauen, alles einzupacken und in einen Lkw zu tragen”, sagt er.

Auch was den Hintergrund der Familiengeschichte angeht, ist Derichs ganz offen: Guido Galewski sei ein guter Freund, langjähriger Kollege gewesen und ganz unverschuldet aus gesundheitlichen Gründen in Finanznot geraten. Nach jahrelangem Leben am Rande der Gesellschaft habe er sich nun wieder aufraffen können und dank seiner Lebensgefährtin sich und seiner Familie in Bremen eine neue Existenz aufbauen können.

Mittlerweile habe sein Freund für seine Eltern die behindertengerechte Wohnung mit Betreuung gemietet und sei derzeit dabei, sie zu renovieren. Er habe auch bereits ein Fahrzeug angemietet, mit dem er Möbel und Hausrat seiner Eltern aus der Mietwohnung in Unterbruch nach Bremen transportieren könne. Dort habe sich bereits die Stiftung „Sprungbrett” bereit erklärt, alles wieder aufzubauen und so den Einzug zu organisieren.

„Ich habe solche Angst vor dem Umzug”, sagt Magdalena Galewski, obwohl sie sich auf den Wechsel in die Nähe ihres Sohnes sehr freut. „Er wohnt dann nur zwei Kilometer von uns weg”, sagt sie strahlend. Treppen müsse bei der Umzugsarbeit niemand steigen, erklären die beiden. Mitnehmen wollen sie ihre kleine Küche, zwei Schränke im Bad, Ess- und Wohnzimmer sowie ihr Schlafzimmer. „Das ist allerdings schwere Eiche”, entschuldigt sich Magdalena Galewski schon jetzt bei den potenziellen Helfern. Aber sie habe schon jede Menge Altpapier gesammelt, um das Porzellan einpacken zu können, räumt sie ein.

„Vielleicht hat ja der eine oder andere zwischen Weihnachten und Neujahr Urlaub. Oder auch dann nur ein paar Stunden Zeit, uns zu helfen, unmittelbar zu und nach Weihnachten den Sinn der Weihnacht aufleben zu lassen und uneigennützig einfach anderen Menschen unter die Arme zu greifen”, sagt Derichs.

Wer helfen kann, sollte sich direkt an Guido Galewski wenden, da er die Hilfe für seine Eltern organisiert: 0421/6447040, E-Mail guido@galewski.