Selfkant: Schutzwall gegen Lärm im Wehrer Baugebiet abgelehnt

Selfkant : Schutzwall gegen Lärm im Wehrer Baugebiet abgelehnt

Die Fragestunde der Einwohner im Selfkantrat nutzten diesmal drei niederländische Bürger, um ihr Anliegen zum Lärmschutzwall im Wehrer Baugebiet Kuhweide zum Ausdruck zu bringen.

Im Bau- und Umweltausschuss war zuvor entschieden worden, den Wall wegfallen zu lassen. Die Selfkänter Einwohner verwiesen nun darauf, dass sie in notariell beglaubigten Verträgen den Lärmschutzwall zugesagt bekommen hätten.

Sie schlossen bei einer Bestätigung der Bauausschuss-Entscheidung im Rat daraus, dass solche Verträge in Deutschland wohl keine Bedeutung hätten.

Gerd Krekels (SPD) machte nochmals die Position seiner Partei deutlich. Er meinte, dass durch das Versetzen eines Ortsschildes der Lärm und die Immissionen nicht geringer würden.

Heinz Fiegen (FDP) befürchtete, dass durch die Verträge der Bürger die Gemeinde verklagt werden könnte und der Wall errichtet werden müsse.

Rachel Baum (Grüne) wollte wissen, wer das Ganze zahlen müsste. Kämmerer Werner Jans antwortete auf die beiden, dass die Gemeinde keinen Vertrag mit den Bürgern abgeschlossen hätte, sondern der Investor und dieser müsse auch den Wall zahlen, sollte er errichtet werden.

Herbert Corsten (CDU) führte für seine Partei aus, dass mit dem Kreisverkehr schon eine Senkung des Lärms und der Immissionen verbunden sei, daher stimme die Mehrheitsfraktion dafür, auf den Wall zu verzichten.

Zudem wurde im Rat die neue Friedhofsgebührensatzung beschlossen. Das Reihengrab soll 200 Euro und das Wahlgrab 850 Euro kosten. Da in manchen Ortsteilen keine Erdbestattung bei Urnen möglich ist, wurde für das Urnenreihengrab eine Gebühr von 400 und für das Wahlurnengrab eine von 600 Euro festgesetzt.

Dr. Karl-Heinz Kambartel (IGNS) nannte die Satzung ungerecht und willkürlich. Denn ein Grab eines Kindes sei im Verhältnis zum Erwachsenengrab teurer. Gerade aber Kinder hätten meist keine Sterbe- oder Lebensversicherung. Im Sinne der Familien forderte er, dass für Verstorbene bis zum 16. Lebensjahr keine Gebühr erhoben werden solle.

Dem stimmten IGNS und FDP zu, die SPD und die Grünen enthielten sich und die CDU-Mehrheit stimmte dagegen, da man nicht sagen könne, ob der Tod eines älteren Menschen weniger schmerzlich für die Familie sei, als der eines Kindes.

Die Abgrabungsvorhaben in Havert beschäftigten die Ratsmitglieder außerdem. Zum einen erhielt die Firma Vossenberg die Genehmigung, den Kies abzugraben, wenn die Zu- und Abfahrt über die Niederlande erfolgt.

Dies kann sich laut CDU ändern, wenn der Anschluss an die Straße 410 erfolgt und dann die Mühlenstraße ausgebaut werden könnte. Zudem lag ein Antrag der Firma Geraedts vor, die Zu- und Abfahrt von Kies schon jetzt über Havert abzuwickeln. Diesem Antrag wurde nicht entsprochen. Es solle aber Gespräche der Verwaltung mit beiden Firmen geben, bei denen eine Lösung gefunden werden solle.