Schuluniform? Aber mit Minirock und Schlag!

Schuluniform? Aber mit Minirock und Schlag!

Kreis Heinsberg. Das Pfingstcamp der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) auf dem Jugendzeltplatz „Ruraue” in Hückelhoven-Brachelen beschäftigte sich mit der „Zukunft”.

Rund 50 Jugendliche aus dem Bistum Aachen waren für das verlängerte Wochenende nach Brachelen gekommen. Neben Spaß und gemeinsamen Freizeitaktivitäten stand die Zukunft auf dem Programm. „Die Jugendlichen hatte das Thema im Vorfeld selbst festgelegt”, erläutert Manfred Lang bei der Präsentation der Arbeitsergebnisse. Der 35-Jährige ist Jugendbildungsreferent und Organisator des Pfingstcamps.

In Gruppen wurden die Bereiche Kirche, Alltag, Beruf, Medien und Freizeit behandelt. In den Workshops konnte die Kids ihrer Phantasie freien Lauf lassen. „Die Ideen sind reizvoll und zeugen von einer ehrlichen Auseinandersetzung”, sagte Lang. Von Vorschlägen für die Kirche der Zukunft bis zur Kritik an einer vollautomatisierten Arbeitswelt und Freizeit reichten die Ergebnisse.

Dabei kam zum Vorschein, dass die Jugendlichen nicht nur positiv in die Zukunft schauen: Die Themen „Ausbildung” und „Beruf” wurden eher pessimistisch dargestellt. „Es zeigen sich ganz reale Ängste, die sich in den Ergebnissen artikulieren”, beschrieb Lang. „Es ist wichtig zu verstehen, dass man mit diesen Ängsten nicht alleine ist. Das ist schon ein großer Schritt.”

Doch gab es auch interessante Einsichten. So sei die Gruppe mehrheitlich für Schuluniformen, um dem Markenzwang zu begegnen. Allerdings „mit Minirock und Schlaghose, die Jugendlichen sind ja modebewusst”. Nach der Präsentation ist die Arbeit noch nicht abgeschlossen: Der Bereich „Kirche und Zukunft” wird über das Camp hinaus diskutiert.

Die Christliche Arbeiterjugend hat im Bistum Aachen rund 600 junge Mitglieder, zumeist aus dem ländlichen Umfeld. „Bei uns findet man Antworten auf Fragen und das Gefühl der Gemeinschaft.” Lang versteht seine Arbeit als Dienstleistung für die Jugend, das sich nach ihren Wünschen richte. „Letztlich bestimmen die Jugendlichen, was ich anpacke und tue”, fasste er seine Arbeit zusammen.

Natürlich ist die Arbeit der CAJ auch von den leeren Kassen des Bistums betroffen. Eine Kürzung der Mittel um rund 20 Prozent habe das fünfköpfige Team hinnehmen müssen. Das Angebot an die Jugendlichen werde darunter aber nicht leiden. „Wir sind jetzt eben verstärkt auf Sponsoren angewiesen”.