Schulprojekt der Arbeitsgruppe Jugendschutz

Schulprojekt der Arbeitsgruppe Jugendschutz

Kreis Heinsberg. Seitens der Arbeitsgruppe Jugendschutz im Kreis Heinsberg wird ein neues Projekt angeboten: „Konsum und Diebstahl”.

Die vier Jugendämter des Kreises, das Kommissariat „Vorbeugung” der Kreispolizei, das Schulamt und das Kreisgesundheitsamt haben sich in diesen Projekt zusammengeschlossen.

Nach einer ersten Informationsveranstaltung für Lehrerinnen und Lehrer wollen rund 40 Interessierte in der Klassenstufe 6 daran teilnehmen.

Franz Heinrichs von der Kreispolizei und Kreisjugendpfleger Friedhelm Sieben referierten in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses über dieses Projekt.

„Jugendkriminalität ist meistens Diebstahlskriminalität. Eltern, Schüler und Lehrer und Gesundheitsbehörde müssen mit einbezogen werden. Besonders die Schulen müssen ins Boot geholt werden. Deshalb soll ein Projekttag mit Vor- und Nachbereitung für die Lehrer und Schüler durchgeführt werden. Dabei ist an eine Diskussion mit Leitern von Supermärkten und an Besuche von Gerichtsverhandlungen mit Diebstahlsdelikten gedacht, oder aber an Besuche in der Justizvollzugsanstalt”, erläuterte Franz Heinrichs.

Ergänzend ist eine ressortübergreifende Beratung beabsichtigt.

Für jede Schule abrufbar

Das Projekt ist für jede Schule abrufbar und soll dauerhaft angeboten werden. Ein weiterer Baustein ist fächerübergreifender Unterricht, der lebensnah gestaltet werden und den Schülern ihr eigenes Konsumverhalten bewusst machen soll; Taschengeld und Mode spielen hier eine besondere Rolle. Angestrebt wird, den Jugendlichen in seinem Ich zu stärken.

Ein Projekttag, so Friedhelm Sieben, habe sich mit dem Thema „Jacke abziehen” befasst, denn zuvor sei in der entsprechenden Schule ein Raub geschehen. Das Projektteam sei deshalb nicht bei seinem vorbereiteten Material geblieben, sondern sei auf die aktuelle Konfliktsituation eingegangen.

Zum Projekt gehören auch das Quiz „Glücksrad”, dessen Lösungswort aus dem Bereich des Projekts stammt, und ein Wunschzettel, auf den große und kleine Wünsche geschrieben werden können.

Die so gefundenen Ergebnisse werden in der Gruppe ausgewertet und dienen unter anderem dazu, dass die Teilnehmer etwas voneinander lernen können. Damit, so hieß es, werde gezielt die „soziale Schiene” angesprochen.

Im Verkleidungsspiel, einem weiteren Element, zeige sich, dass Kleider mit der Persönlichkeit nichts zu tun hätten. Zuletzt werde ein Fragebogen zum Thema Ladendiebstahl ausgefüllt, der bei der Arbeitsgruppe Jugendschutz verbleibe.

Ebenso werde über die strafrechtlichen Konsequenzen aufgeklärt, die einem Ladendiebstahl folgten. Auch der Täter-Opfer-Ausgleich werde angesprochen.

Ergänzend zum Projekt „Konsum und Diebstahl” findet ein Kreativ-Wettbewerb der beteiligten Schulklassen statt. Einzelne Schüler oder Gruppen können ein Thema frei wählen, zum Beispiel ein Interview mit den Eltern.

Das Projekt ist auf sechs Arbeitswochen ausgelegt. Im Spätherbst 2003 soll die Prämierung der Wettbewerbsteilnehmer stattfinden.