Kreis Heinsberg: „Schullandschaft im Kreis wird sich deutlich verändern”

Kreis Heinsberg : „Schullandschaft im Kreis wird sich deutlich verändern”

Das Thema „Demografischer Wandel” und damit verbunden das aktuelle Gutachten zur Bevölkerungsentwicklung im Kreis Heinsberg standen im Mittelpunkt einer Mitgliederversammlung von Bündnis 90 / Die Grünen.

Rainer Rißmayer, Sprecher des Kreisvorstandes, konnte dazu rund 20 Teilnehmer in der Heinsberger Stadthalle begrüßen, darunter die Landtagsabgeordnete Dr. Ruth Seidl und zwei neue Mitglieder.

Maria Meurer, Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Kreistag, informierte die Gäste zunächst über die wesentlichen Inhalte des Gutachtens, das im Frühjahr im Jugendhilfeausschuss des Kreistages vorgestellt worden war.

„Im Hinblick auf die Vorbereitungen zur nächsten Kommunalwahl ergeben sich daraus sehr viele ganz konkrete Dinge vor Ort, zu denen wir Position beziehen können”, schickte sie ihrer Präsentation voraus und betonte, dass sie die statistische Auswertung zum Gutachten für zuverlässig halte.

Ihre Fraktion sei bereits aktiv, erklärte sie und nannte als Beispiele Gespräche mit dem Seniorenbeauftragten des Kreises und mit der Hospizinitiative „Regenbogen” sowie Besuche in zwei Senioren-Einrichtungen.

Die Wohnbevölkerung wird sich, so berichtete Meurer, im Kreis Heinsberg nach einem Anstieg um etwa acht Prozent von 1995 (238627) bis 2005 (257326) künftig wieder reduzieren, um etwa sieben Prozent bis zum Jahr 2035 (239000). Über 60 Jahre alt sollen dann mehr als 33 Prozent der Menschen sein. Heute liegt ihr Anteil bei 23 Prozent.

Die Zahl der Erwerbstätigen werde sich von 49 auf 43 Prozent reduzieren, die der jungen Menschen im Alter unter 25 Jahre von 29 auf 24 Prozent. Schon bis zum Jahr 2016 werde sich allein die Zahl der Sechs- bis Zehnjährigen um 24 Prozent verringern, so die Fraktionsvorsitzende weiter.

Dies bedeute, dass sich vor allem die Schullandschaft deutlich verändern werde. Wichtig wäre, jetzt genau im Gutachten für die jeweiligen Kommunen nachzulesen, wie die Auswirkungen prognostiziert seien und „welche Dinge wir jetzt schon anstoßen können, damit das Angebot bedarfsgerecht bleibt”, betonte sie.

Was die Kinderbetreuung angeht, sehen die Grünen auf keinen Fall Einsparpotenziale, sondern vielmehr die Zielsetzung einer Verbesserung in diesem Bereich.

Die prognostizierte Entwicklung biete eine echte Chance, vor allem für die Bildungspolitik, betonte Seidl. Es bestehe die Möglichkeit, durch eine kreisweite und vor allem integrierte Planung das Schulsystem positiv zu verändern.

Wichtig sei, jetzt mit der Entwicklung einer gemeinsamen Strategie zu starten, schlug Rißmayer vor und fand Zustimmung für seinen Vorschlag, aus den Ergebnissen des Gutachtens für den Kreis in Kombination mit den Handlungsempfehlungen aus einem entsprechenden Gutachten der Bertelsmann-Stiftung ein Strategiepapier zu entwickeln. In diesem Rahmen planen die Grünen im Kreis Heinsberg in Kürze eine eigene Veranstaltung, zu der auch Experten eingeladen werden sollen.