Kreis Düren: Schulabschluss und Ausbildung bei der „low-tec“ geschafft

Kreis Düren : Schulabschluss und Ausbildung bei der „low-tec“ geschafft

Als sich die jungen Leute vorstellen und jeder einen Schritt aus der Gruppe nach vorne machen muss, ist eine gewisse Anspannung greifbar. Das ist nicht nur normal, sondern auch sympathisch, weil spürbar ist, welche Last dem einen oder anderen da wohl von den Schultern fällt. Etappenziel erreicht! So wird an diesem Morgen in den Räumen der „low-tec“ formuliert, bevor es zur feierlichen Zeugnisübergabe kommt.

Sie haben Schulabschluss und Ausbildung in der Tasche.

Die „low-tec“ ist eine gemeinnützige Arbeitsmarktförderungsgesellschaft in Düren. Ihr Geschäftsführer ist Josef Macherey und der hat sich vor einiger Zeit hingesetzt und ein längeres Schreiben formuliert, um jungen Menschen nicht nur einen Hauptschulabschluss zu ermöglichen, sondern auch noch eine neunmonatige Ausbildung im Gesundheits- und Pflegebereich. Das Projekt wird von der Europäischen Union und dem Arbeitsministerium in Berlin unterstützt, mit zusammen 1,4 Millionen Euro für fast vier Jahre. „Ich bin froh, dass unsere Idee gegriffen hat und nun gefördert wird“, sagte Macherey.

17 junge Menschen im Alter von 18 bis 35 Jahre haben dieses „Zwei in Eins“-Projekt jetzt erfolgreich abgeschlossen. Nun ginge es darum, darauf aufzubauen und möglichst in einen Beruf einzusteigen oder sich weiter zu qualifizieren, sagte Marion Klein- Bojanowski, die „low-tec“-Projektleiterin. Einige der frischen Absolventen hätten bereits eine Zusage. Das von der EU bewilligte Projekt mit der Bezeichnung „KuBIG“ (Kultursensible Berufsgrundqualifizierung und Integration im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe) fördert die Integration von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Arbeit, Ausbildung oder mit dem Ziel, einen Schulabschluss zu machen.

Die Teilnehmer verfügen häufig über einen Migrationshintergrund, soziale oder zeitliche Probleme, weil sie sich zum Beispiel um ihre Familie kümmern müssen. KuBIG verfolgt aber auch das Ziel, zusammen mit dem Krankenhaus Düren und der LVR-Klinik ein „Bildungszentrum für Gesundheitsberufe in Düren“ zu gründen. „Projekte wie diese sind ein gesellschaftliches Muss“, sagte Heinz Lönneßen, Schulleiter Krankenhaus Düren.

In Deutschland seien 35.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt. Einerseits. Andererseits hätten 20 000 junge Menschen keinen Zusgang zum Arbeitsmarkt. Martina Forkel, Amtsleiterin der „job-com“, sagte, im Kreis Düren gebe es derzeit rund 300 Jugendliche ohne Schulabschluss. Diesen Satz vernahmen auch die Absolventen an diesem Morgen — in der Gewissheit, nicht mehr dazuzugehören.

(inla)