Heinsberg: Schüsse auf Polizeibeamte führen jetzt zur Anklage

Heinsberg : Schüsse auf Polizeibeamte führen jetzt zur Anklage

Anklage wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Verstoß gegen das Waffengesetz hat die Staatsanwaltschaft Aachen gegen einen 27 Jahre alten niederländischen Staatsangehörigen aus Kerkrade erhoben.

Aufgrund ihrer Ermittlungen geht sie davon aus, dass der Angeschuldigte am 16. Oktober 2007 in Karken mit einer Pistole zwei Schüsse auf zwei Beamte der Bundespolizei abgegeben hat.

Er war im Rahmen einer Routinekontrolle als Fahrgast eines Linienbusses von Roermond nach Heinsberg kontrolliert worden. Dabei hatten die Beamten festgestellt, dass er nicht im Besitz von Legitimationspapieren war.

Einer der beiden Schüsse, die der Angeschuldigte außerhalb des Fahrzeugs abgefeuert hatte, verfehlte nur knapp das Ziel, durch das zweite Projektil wurde einer der Beamten an der Hand verletzt.

Hafturlaub missbraucht

Der Angeschuldigte wollte durch den Schusswaffengebrauch offensichtlich, so die Vermutungen, der befürchteten Festnahme entgehen, nachdem er nach einem Hafturlaub nicht in eine niederländische Justizvollzugsanstalt zurückgekehrt war.

Der Angeschuldigte, der sich nach seiner Auslieferung durch die niederländischen Behörden seit dem 10. Januar in Untersuchungshaft befindet, hat bislang keine Angaben zur Sache gemacht.

Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Aachen ist zurzeit mit der Entscheidung über die Eröffnung des gerichtlichen Hauptverfahrens befasst. Bei Zulassung der von der Staatsanwaltschaft erhobenen Anklage ist in wenigen Monaten mit einer öffentlichen Verhandlung des Falles zu rechnen.