Hückelhoven: Schülerprotest gegen Kürzung

Hückelhoven : Schülerprotest gegen Kürzung

Der Tag X rückt immer näher, aber noch will der Verein zur Unterstützung der Interessen der Schülerinnen und Schüler der Förderschule nicht die Segel streichen.

Schüler, Lehrer und Eltern denken mit sehr unguten Gefühlen an das, was am 31. Juli geschehen wird, wenn die Bezirksregierung ihren Entschluss in die Tat umsetzen sollte: Die auf zwei Jahre befristete Stelle der Sozialpädagogin fällt dem unbarmherzigen Diktat der Personalbudgetierung zum Opfer.

Bereits im März machte die Förderschule auf diesen für sie unheilvollen Umstand aufmerksam, unterrichtete die Bezirksregierung anhand eines Konzeptpapiers über die wichtige Arbeit von Sozialpädagogin Christiane Henn - vergeblich. Montagmorgen fanden sich die 180 Schüler vor dem Schulgelände zu einer Protestaktion gegen die geplante Stellenstreichung ein.

„Rettet die Schulstation” stand zum Beispiel in bunten Lettern auf großen Transparenten, die die jungen Demonstranten in die Höhe hielten. Auch weniger zimperliche Aussagen waren dort zu lesen. „Die Schulpädagogik ist an der Förderschule dringend notwendig”, konnte der Schulpflegschaftsvorsitzende Bernd Beetz nur noch einmal wiederholen, wohl wissend, dass eine Entscheidung längst getroffen ist.

In einem Informationsschreiben betonen die Mitglieder des Fördervereins der Förderschule in Hückelhoven: „Gerade in einer Zeit, in der sich die Meldungen über Gewaltexzesse an Schulen häufen, ist die Entscheidung der Bezirksregierung, eine bereits etablierte ,schulsozialpädagogische Arbeit wegzurationalisieren, unverständlich.”

Sozialpädagogische Arbeit bedeutet Vorbeugung - davon sind alle Beteiligten überzeugt.

So sei es gelungen, die Problematik von Gewalttätigkeiten und Aggressivität sowohl während des Unterrichts als auch in den Pausen und während des Nachmittagsprogramms deutlich zu entschärfen. Sozialpädagogische Arbeit, heißt es weiter, sichere eine langfristige Begleitung von Kindern und Jugendlichen über ganze Entwicklungsabschnitte.

Frühzeitige Hilfe im direkten Lebensumfeld der Schüler trage langfristig nicht zuletzt auch zu einer Kostenersparnis für die Kommunen bei. Was für Eltern und Schüler zählt, hat allerdings nichts mit Geld zu tun, sondern mit persönlichem Beistand.

Unmissverständlich geben sie zu Protokoll: „Der Wegfall dieser Arbeit wäre eine Katastrophe.”