Kreis Heinsberg: Schüler urteilen strenger als die FSK

Kreis Heinsberg : Schüler urteilen strenger als die FSK

„Gewalt und Computerspiele”, dieses Thema wird zurzeit in der Öffentlichkeit heftig diskutiert. 25 Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftshauptschule Waldfeucht-Haaren schlossen sich dieser Diskussion an und beschäftigten sich im Rahmen der Gesundheitswoche mit dem Thema „Gewalt”.

Dabei wurde insbesondere der Zusammenhang zwischen Gewalt und Computerspielen betrachtet. Die Schüler diskutierten mit den Diplom-Sozialpädagogen Jürgen Sleegers und Horst Pohlmann von „Spielraum”, Institut für Medienforschung und Medienpädagogik, Forschungsschwerpunkt virtuelle Welten, von der Fachhochschule Köln über den Zusammenhang zwischen Gewalt und PC-Spielen.

Dabei analysierten sie verschiedene Arten von Spielen und fanden Gewalt nicht nur in den so genannten Baller- und Killerspielen. Die Schüler erfuhren allerdings auch, dass die Auswirkungen von Gewalt in Spielen derzeit noch nicht erforscht seien. Die Frage, ob Baller- und Killergames die Gewaltbereitschaft erhöhen oder abbauen, könne die Wissenschaft zurzeit nicht beantworten. Es gebe mehrere Theorien, die einander sogar widersprechen.

Die Schüler informierten sich über den Sinn der Altersfreigaben durch die FSK und die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes. Sie wurden aufgefordert, eine eigene Einschätzung der Altersfreigaben für Computerspiele anzugeben. Erstaunlich war, dass die Beurteilung der Schüler deutlich strenger als die Altersfreigabe der FSK ausfiel.

Zuvor hatten die Jugendlichen vom Kreisjugendamt Besuch bekommen und von einer Sozialarbeiterin der Justizvollzugsanstalt Heinsberg, die in Begleitung von zwei jugendlichen Straftätern in die Schule kam. Auch diese Vorträge und Darstellungen von Gewalt im realen Alltagsleben wurden lebhaft diskutiert.

Wolfgang Sommer, Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes des Kreisgesundheitsamtes Heinsberg, der die Woche gemeinsam mit der Ärztin Marita Stawinoga vom Kreisgesundheitsamt und den Lehrerinnen vorbereitet hatte, meint: „Es ist wichtig, dass die Schüler in diesem prägenden Alter einmal Gelegenheit und Unterstützung bekommen, sich mit der Thematik und der Problematik auseinanderzusetzen, in der sie Tag für Tag leben.”

Daneben gab es in der Gesundheitswoche eine Vielzahl von interessanten Themen. Neben der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Suchtmitteln, wie Alkohol und illegale Drogen, gab es auch Arbeiten über Fastfood, Süßigkeiten, Rechtsmedizin und Tiertherapie. Besonders gefordert waren die Jugendlichen, die sich dem Thema „Sport, Fitness und Gesundheit” gewidmet hatten. Sie bearbeiteten ihr Gebiet nicht nur theoretisch, sondern probierten etliche neue Sportarten auch aus.