Erkelenz: Schluss mit Rauchen und Gesundheit für alle

Erkelenz : Schluss mit Rauchen und Gesundheit für alle

Der Sekt ist bereits kalt gestellt und die Feuerwerkskörper sicher im Kofferraum verstaut - 2003 kann also getrost kommen. Der Jahreswechsel ist ohnehin ebenso unausweichlich, wie von einigen lang ersehnt.

Denn immer dann, wenn das alte Jahr die letzten Tage aushaucht, beginnt stets auf Neue die Zeit der guten Vorsätze. Oder nicht? Mit welchen Gefühlen und Gedanken starten die Menschen im Erkelenzer Land ins neue Jahr? Überwiegt beim Einzelnen die gesunde Portion Optimismus oder vielleicht doch eher die Angst vor einer ungewissen Zukunft?

Für die Erkelenzer Volkszeitung sondierte Mitarbeiter Stephan Vallata einmal die Stimmungslage in der Umgebung.

Mythily Mahalingam (22), Studentin der Betriebswirtschaft hält nicht viel von Neujahrs-Vorsätzen: „Ich habe in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht, dass es nichts bringt, sich gerade an Silvester gute Vorsätze zu machen. Ich versuche, sie direkt in die Tat umzusetzen, statt auf einen bestimmten Tag zu warten. Im Allgemeinen bin ich darum bemüht, immer an die guten Seiten des Lebens zu denken.”

Jochen Auler (22), Fahrdienstleiter bei der Deutschen Bahn, schließt sich der wirtschaftlichen Unzufriedenheit vieler nicht an: „Ich blicke nach dem erfolgreichen Abschluss meiner Ausbildung vor sechs Monaten positiv ins neue Berufsjahr. Von möglichen Terroranschlägen fühle ich mich derzeit nicht unmittelbar bedroht.”

Marlies Karsch (65), Hausfrau, sieht mit Schrecken dem drohenden Irak-Krieg entgegen: „Das wäre wirklich grauenhaft. Was mich ganz furchtbar stört, ist, dass auf Gerhard Schröder rumgehackt wird. Die Opposition sagt die ganze Zeit immer nur, sie würde alles besser machen - das bezweifle ich. Wenn das neue Jahr für mich und meine Familie so gut wird wie 2002, dann bin ich zufrieden.”

Lisa Vergoßen (11), Schülerin der fünften Klasse, macht sich Sorgen: „Ich blicke mit gemischten Gefühlen in die Zukunft, denn ich freue mich, dass es uns allen hier so gut geht, aber ich habe große Angst davor, dass unschuldige Menschen im Krieg sterben, weil andere ihnen das befehlen. Deswegen wünsche ich mir, dass alle Menschen wieder mehr aneinander denken.”

Markus Eggerath (23), Informatik-Student, hat einen guten Vorsatz: „Zusammen mit meinem Bruder habe ich mir vorgenommen, mit dem Rauchen aufzuhören. Im Grunde denke ich aber nicht so viel über den Jahreswechsel nach, da er für mich keinen richtigen Umbruch bedeutet. Beispielsweise wurden viele politische Entscheidungen, die demnächst in Kraft treten, bereits vor Monaten getroffen.”

Nadja Baumann (31), Gymnasiallehrerin, ist verhalten optimistisch: „Es ist nicht gut, wenn man sich Vorsätze macht. Man sollte die Dinge auf sich zukommen lassen. Ich beobachte selbstverständlich sehr aufmerksam, wie sie sich entwickeln. Meinen Schülern wünsche ich im kommenden Jahr ein erfolgreiches Abitur.”

Wolfgang Vergoßen (21), Medizin-Student, übt Kritik: „Es fehlt einfach an der Besinnlichkeit zu Silvester, wenn so viele Menschen in die Zukunft starren, anstatt ihre Vergangenheit zu bewerten. Ich versuche mein Leben in jedem Augenblick aus eigenen Kräften so zu gestalten, dass ich am Ende des Jahres sagen kann, dass ich alles getan habe, um es zu einem guten Jahr zu machen.”

Luise Moeselaken (84), Rentnerin, wünscht sich vor allen Dingen eine stabile Gesundheit: „Im Moment bin ich ganz zufrieden.

Trotzdem könnte in Deutschland noch einiges besser werden. Sehr gerne würde ich noch einmal eine Reise machen - aber nicht mit dem Flugzeug. Am liebsten auf einem Kreuzfahrtschiff ins Warme.”

Heide Herling (59), Hausfrau, betont: „Man muss optimistisch sein, obwohl ja alles nicht ganz so rosig aussieht. Gesundheit und Zufriedenheit innerhalb der Familie sind für mich das Wichtigste.”

Maria Zohren (53), Lehrerin, beunruhigt vor allem die unsicherer Situation im Irak: „Ich vermisse für mich persönlich jedoch nichts. Gute Vorsätze nehme ich mir nicht vor, denn die kann ich oft nicht einhalten. In wirtschaftlicher Hinsicht fühle ich mich nicht bedroht.”