Kückhoven: Schießsport unter die Lupe genommen

Kückhoven : Schießsport unter die Lupe genommen

Das neue Waffenrecht in Deutschland ist ein Thema. Gesprächsbedarf haben vor allen Dingen die zahlreichen Schützenbruderschaften auch in unserer Gegend.

So wurde auch während des Vogelschusses in Kückhoven angeregt über dieses Thema diskutiert. Oliver Simon von der Schießsportabteilung der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft stellte sich auch für die Erkelenzer Volkszeitung als kompetenter Gesprächspartner über das neue Waffenrecht heraus.

Oliver Simon bedauert, dass der Schießsport durch den Amoklauf in Erfurt 2002 einen faden Beigeschmack bekommen habe.

Aus Sicht der Sportschützen hätten die Gegner dieses Sports eine Massenhysterie ausgelöst und diese dazu benutzt, das Überleben dieser Schießsportabteilungen mit intensiver Schüler- und Jugendarbeit schwer zu machen.

„Unglücke bei anderen Sportarten führten in der Vergangenheit nicht zu derartigen Überreaktionen”, stellt Simon heraus.

Wie das Vorstandsmitglied weiter erläutert, ist das Mindestalter auf zehn Jahre gesenkt worden. Nach dem Amoklauf wurde das Waffenrecht ohne Rücksicht auf den seit vielen Jahren betriebenen Schießsport neu gestaltet.

„Ohne hohe Investitionen durch die Vereine oder Eltern werden Jugendliche im Alter unter 14 Jahren diesen Sport in Zukunft nicht mehr ausüben können.

Die Anhebung der Altersgrenzen und Verschärfungen, von denen die Schüler und Jugendlichen direkt betroffen sind, halten wir für überzogen und falsch.”

Oliver Simon weist dabei auf die täglichen Gefahren hin, dass gerade Kinder im Alter von zehn bis 13 Jahren verstärkt mit Gewalt konfrontiert werden und sogar in Kontakt mit Schusswaffen kommen können, was oft ignoriert werde.

Die Schießsportvereine würden hier eine wertvolle Aufklärung erfüllen und von Beginn an helfen, die Gefahren der Waffen richtig einzuschätzen.

Trotz der neuen Gesetze blickt Oliver Simon voller Optimismus in die Zukunft: „Wir werden uns der Herausforderung stellen, stehen deshalb immer in engem Kontakt mit der Kreispolizeibehörde, um im Rahmen der rechtlichen Vorgaben Lösungen zu finden.”

Um dem neuen strengen Waffenrecht zu entsprechen, laufen bereits Bemühungen dahin, einen Schuss-Simulator anzuschaffen, damit die jüngeren Mitglieder weiterhin Schießsport betreiben können. Da die Kosten von 650 Euro für die Schießsportabteilung sehr hoch liegen, sei der Verein auf Spenden angewiesen.

„Mit dem Schuss-Simulator können Schüler- und Jugendarbeit ohne Munition gefördert werden”, schloss Oliver Simon in der Hoffnung, dass sich die Kinder und Jugendlichen von den neuen Gesetzen nicht vom Schießsport abhalten lassen.