Hückelhoven: Scheibe erzählt von Sternkunde der Germanen

Hückelhoven : Scheibe erzählt von Sternkunde der Germanen

Linsen, Stative, Laptops, auf denen Astro-Fotografien zu sehen waren, und nachgebaute Teleskope waren Teil des dritten Astronomie-Treffs in der Hückelhovener Aula.

Astro-AG und Foto-AG des Gymnasiums veranstalteten die Tauschbörse für Astronomen.

Auf 1300 Quadratmetern in Foyer und angrenzender Turnhalle konnten Interessenten nicht nur Teleskope, Zubehör, Eigenbauten, Soft- und Hardware sowie Optiken bestaunen, der Astronomie-Treff war für die zahlreichen Besucher auch Ort zum Austausch.

1000 kleine Spanplättchen

Für die rund 40 Aussteller, unter anderem von den Sternwarten Neanderhöhe oder Aachen, wurden 1000 kleine Spanplättchen benötigt. Um keine Kratzer von den rund 150 Teleskopen, die aufgestellt waren, auf den Böden zu hinterlassen, mussten die Holzplatten unter die Beine der Stative gelegt werden.

Die Zusammenarbeit zwischen Astro- und Foto-AG entstand vor wenigen Jahren. Das Gymnasium Hückelhoven besitzt eine Kuppel für astronomische Zwecke, die die Schüler auch nutzen wollten. Prompt hatten sich zwei Betreuer gefunden: Wilfried Reiners, Leiter des Fotolabors, und Robert Lebek, der sich die Sternkunde zum Hobby gemacht hat.

Seitdem treffen sich 13- bis 17-jährigen Schüler Freitagabends, um ihre „astronomischen Abende” abzuhalten. Die Zusammenarbeit mit der Foto-AG ist für das Festhalten der Eindrücke am Himmel wichtig. Vor allem aber soll der Frage nachgegangen werden, wie gute Aufnahmen von Sternbildern, Planeten und Kometen erzielt werden können. Dabei spielen Belichtung und das „Mitwandern” eine Rolle.

Schließlich dreht sich die Erde. Braucht man eine längere Belichtungszeit als 90 Minuten, um entsprechende Aufnahmen zu erzielen, muss die Kamera mit der Geschwindigkeit der Erde wandern. Andernfalls wandert das Objekt aus dem Bild heraus.

Dass die Kombination der beiden AGs eine wesentliche Rolle spielt, war bei der Messe unverkennbar: Etliche Aussteller zeigten Aufnahmen aus dem All. Zudem gab es die neuesten Teleskope zu bewundern.

Wichtiger Bestandteil des Astronomie Treffs waren neben den Führungen zur Kuppel des Gymnasiums vier Vorträge, die von Hobby-Astronomen gehalten wurden. „Die Himmelsscheibe von Sangershausen und der Mittelpunkt der Erde” von Ralf Koneckis behandelte die kürzlich entdeckte Scheibe, die in der Nähe von Thüringen gefunden wurde.

Dieses 3500 Jahre alte Stück aus Bronze und Gold ist nicht nur für die Archäologie interessant, auch der Astronomie gibt der Fund neue Rätsel auf, die das astronomische Forschen der Germanen betreffen. Auch für die Interessenten der Bildverarbeitung gab es Wissenswertes zur Einführung in die Astro-Fotografie.

„Wir haben unsere festen Aussteller an der Hand”, berichten die beiden AG-Leiter.

Der Termin für den vierten As-tronomie-Treff Hückelhoven steht daher schon fest. Am 14. Februar 2004 werden sich in Hückelhoven wieder über vierzig Aussteller aus ganz Deutschland einfinden und bis dahin vielleicht wieder neuere Erkenntnisse aus den Galaxien um die Erde herum und dem Weltall vorstellen können.