RWG hat Grundstück gekauft

RWG hat Grundstück gekauft

Tenholt (an-o) - Die Überraschung gab es gegen Ende der Versammlung von Walter van der Forst. "Ich muss Ihnen", so der CDU-Ratsherr, "wohl mitteilen, dass die Raiffeisen-Waren-Genossenschaft (RWG) das Gelände für das geplante Agrarzentrum längst gekauft hat." Die Tenholter füllen sich überrollt.

Für Dienstag hatte der Dorfausschuss zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Das Echo war über die Maßen groß. Gut 80 Zuhörer, darunter auch einige Erkelenzer und Bellinghovener, füllten des Saal am alten Pfarrhaus, wo sie von Heinz-Rudi Heinze kurz in das Thema eingeführt wurden: ein riesiges Agrarzentrum auf 60.000 Quadratmetern mit großen Lagerhallen für Düngemittel und Chemikalien sowie mit mindestens sechs mächtigen Silos.

Welche gigantischen Ausmaße letztere haben werden, erklärte eindrucksvoll Manfred Matz, der sich als Planungsfachmann und Freund der Erkelenzer Börde gegen das Agrarzentrum engagiert: "Das Gebäude der Kreissparkasse Mitten in Erkelenz ist nur 24 Meter hoch. Die Silos werden aber einschließlich Dach 30 Meter hoch. Jetzt stellen Sie sich möglicherweise zehn dieser Klötze in dem Feld am Rande von Tenholt vor."

Matz war es auch, der vehement darauf hinwies, dass das Gelände zwischen Tenholter Straße, Eisenbahnlinie und Kreisstraße 32 im Landschaftsschutzgebiet liegt. Dem widersprachen aber die beiden Ratsherren van der Forst und Jansen. Nach ihrer Kenntnis bestehe das Landschaftschutzgebiet nur aus einem 100 Meter breiten Streifen entlang der Eisenbahnlinie.

Unterschriftensammlung

Was die Tenholter besonders ärgert ist die Tatsache, dass sie es bei der Planung des GIPCO per Unterschriftensammlung durchgesetzt hatten, dass dort die Gebäude nicht höher als 14 Meter sein dürfen. Die riesigen Silos auf der anderen Seite verschandeln nach Auffassung der Tenholter die Bördenlandschaft. Daran ändere auch die vorgesehene Eingrünung des Agrarzentrums nichts. Toni Flesch sprach in diesem Zusammenhang von "Alibi-Bäumchen".

Der Vorhaben bezogene Bebauungsplan für das Agrarzentrum wird am 21. Juni in der Stadtverwaltung vorgestellt. Zahlreiche Tenholter wollen bereits an diesem Tag im Planungsamt ihre Bedenken vortragen. Dazu gehören auch Lärm-, Schmutz- und Geruchsimmissionen. Gegen das Agrarzentrum vor der Tenholter Haustür spricht auch die enorme Zunahme des Fahrzeugverkehrs auf einer Straße, die von vielen Fußgängern und Radfahrern genutzt wird.