Hückelhoven-Doveren: Rurbrücke bis Herbst auf dem Trockenen

Hückelhoven-Doveren : Rurbrücke bis Herbst auf dem Trockenen

Wer heute auf dem schnellsten Weg von Doveren nach Hilfarth gehen oder mit dem Fahrrad fahren will, muss sich auf nasse Füße gefasst machen.

Die Holzbrücke über die Rur jedenfalls wird er vergeblich suchen. Das 35 Meter lange Holz-Stahl-Gestell liegt von einem Drahtzaun abgeschirmt, auf dem Land in Richtung Rittergut Grittern. Wegen akuter Einsturzgefahr musste die Brücke wie berichtet am 16. Juni für Passanten gesperrt werden.

Die 40 Tonnen wiegende Konstruktion wurde inzwischen mit schwerem Gerät aus ihrer Verankerung gelöst und seitlich des Flusses auf Land abgelegt. Eine Brücke, die auf der nackten Erde liegt, ist so sinnvoll wie ein Auto ohne Motor. Was also passiert mit der Holz-Stahl-Konstruktion, wie geht es weiter mit der nicht mehr vorhandenen Brücke über die Rur von Doveren nach Hilfarth? Horst Minkenberg, stellvertretender Leiter des Tiefbauamtes der Stadt Hückelhoven, weiß es: „Wir lassen jetzt genau und detailliert untersuchen, wie die Konstruktion saniert werden kann” sagt er. „Und wie sie saniert werden muss”, fügt er hinzu. Denn für Minkenberg ist klar, dass die eigentlich tragenden Teile der Konstruktion noch prima in Ordnung sind - auch wenn sich Fußgänger wunderten, dass die Brücke schräg hing, worauf man sie dann sofort „wegen akuter Einsturzgefahr” gesperrt hat.

„Durch das Absinken und den Bruch eines Stoßes auf einer Seite der Konstruktion hing die Brücke schräg”, erklärt Minkenberg. Das, versichert er, habe aber nicht mit der Qualität des Holzes an sich zu tun. „Das ist Bongossi-Holz, das ist noch derart kernig und gesund, das ist wie frisch gefällt”, versichert er. Bongossi-Holz würde man heute aus Gründen des gewachsenen Umweltbewusstseins für den Bau einer Brücke nicht mehr verwenden. 1984, als man das 204.000 D-Mark teure Holzgestell mit 35 Metern Spannweite als Verbindung von einem Ufer auf das andere über die Rur bugsierte, dachte noch niemand an den Schutz des Tropenwaldes. „Es sind die Gelenke, die Verbindungen, mit denen die drei Holzbalken zusammengehalten werden. Da, an diesen Stellen, liegt das Problem”, sagt Minkenberg.

Offenbar habe man die Statik des Kolosses in der Kombination von Stahl- mit Holzelementen damals „nicht ausreichend berechnet”. Jetzt hat man den Salat. Aber wie geht es weiter? „Wir haben uns anfangs überlegt, ob man die Brücke mit Stützen sichern kann,” sagt Minkenberg. Zu teuer.

Das THW, das ja gerade in Hückelhoven ausgewiesene Fachleute für solche Problemfälle hat, konnte auch nicht helfen: „Würde die Brücke über eine Straße führen, wäre das kein Problem gewesen. Aber die Rur ist ein Fluss.” Der Schlick. Also: Reparatur oder einen neue Brücke. Minkenberg: „Eine neue Brücke kriegen Sie nicht so ohne weiteres, die kann man nicht kaufen wie einen Anzug von der Stange.” Und: „Unter 250.000 Euro läuft da gar nichts.” Also Wiederherstellung: „Darauf läuft es hinaus. Zumal wir dafür voraussichtlich Zuschüsse bekommen.” Und wie lange werden die Arbeiten dauern? „Ich hoffe, dass wir die Brücke im November/Dezember wieder drauflegen können.”