Hückelhoven-Hilfarth: Runden Geburtstag gebührend gefeiert

Hückelhoven-Hilfarth : Runden Geburtstag gebührend gefeiert

200 Jahre Pfarre St.Leonhard: Zwar gibt es keine Urkunde mehr über die Erhebung zur selbstständigen Gemeinde, doch dienen zwei Daten als zuverlässiges Zeugnis des Alters: die ersten Eintragungen ins Trauungsregister am 24. April 1803 und ins Taufbuch am 27. Mai des selben Jahres.

Eine ganze Reihe kirchlicher Veranstaltungen, die sich über das gesamte Jahr 2003 erstreckt, verleiht diesem denkwürdigen Jubiläum einen ebenso festlichen wie würdigen Rahmen.

So eröffnete die Dorfgemeinschaft das Festjahr mit einem Gottesdienst unter Mitwirkung von Bischof Dr.Heinrich Mussinghoff, beteiligte sich im März an der „Nacht der offenen Kirchen” zum Thema „Kreuzwegdarstellungen gestern und heute” und gestaltete im Juni ein großes Pfarrfest rund um St.Leonhard.

Das ist noch nicht alles: Für Sonntag, 9. November, lädt die Pfarre zu einem abschließenden Festgottesdienst.

Chronist erinnert sich: „Gar nichts war vorhanden”

In der von Bartholomäus Heidenthal (der Bruder des siebten Hilfarther Pfarrers Johannes Heidenthal) 1978 erstellten Dorfchronik heißt es: „Die Errichtung der Pfarre geschah unter den ärmlichsten Verhältnissen. Die kleine Klosterkirche war von den Franzosen beschlagnahmt worden. Paramente, Kelche und Monstranzen wurden gestohlen. Kein Pfennig Dotationsvermögen für den Pfarrer, noch für die Kirchenfabrik, keine Stiftung, kurz, gar nichts war vorhanden. Und das bei der Armut der Bevölkerung in einer so unheilvollen Zeit.”

Bis zum Einmarsch Napoleons konnten die Gemeindemitglieder in der Kirche des örtlichen Franziskanerinnen-Klosters an den Gottesdiensten teilnehmen.

Der Gang zur Kirche der Pfarre Brachelen jedoch, zu der Hilfarth als Rektorat gehörte, war angesichts mangelhafter Fußwege sowie der vielen Überschwemmungen der Rur sehr beschwerlich.

Der wohl berechtigte Ruf nach einer eigenen Pfarre wurde laut und schließlich erhört. Nach der Aufhebung des Klosters gelang es, im Jahre 1804 die Schenkung der ehemaligen Kirche an die Gemeinde zu erwirken.

1850 stand dann die erste Erweiterung des Gotteshauses auf Initiative des damaligen Pfarrers Johannes Thomas Poll an.

Zweiter Weltkrieg hinterließ deutliche Spuren

Später kümmerte sich Pfarrer Dr.Johann Wilhelm Braun verstärkt um eine „würdige Ausschmückung und Einrichtung der Kirche”, so Dorfchronist Heidenthal.

Ende des 19. Jahrhunderts zeichnete sich immer mehr die Notwendigkeit einer neuen Kirche ab. Da Hilfarth zwischenzeitlich wegen des expandierenden Korbmacher-Gewerbes eine wirtschaftliche Blütezeit erlebte, konnte sich die Gemeinde einen Neubau leisten. Im Sommer 1904 wurde mit den Bauarbeiten begonnen, im Sommer 1906 stand der Rohbau.

Die Vollendung des Kircheninneren nahm mehrere Jahre in Anspruch. Deutliche Spuren hinterließ der Zweite Weltkrieg.

Chronist Heidenthal schreibt: „Die materiellen Schäden an Haus, Hab und Gut und die Greuel an heiliger Stätte, der Kirche, sind riesengroß.” 1948 konnten wieder erste Gottesdienste in der Pfarrkirche gehalten werden.