Hückelhoven-Baal: Rund um die Uhr: Pakete, Pakete, Pakete...

Hückelhoven-Baal : Rund um die Uhr: Pakete, Pakete, Pakete...

So mancher hat sich vielleicht schon gefragt, wo denn der Weihnachtsmann all die Geschenke lagern mag. Vielleicht in Hückelhoven-Baal?

Bei QVC? Dort, im Distributionszentrum von QVC Deutschland, ist jedenfalls in diesen Tagen vor dem Fest Hochbetrieb angesagt.

100 Millionen Euro hat das TV-Kaufhaus in die Hand genommen, um in der ehemaligen Zechenstadt eines der modernsten Versandhandelszentren Europas zu errichten.

Dies war die drittgrößte Investition in der Geschichte des US-Konzerns QVC weltweit. Am 31. März 2001 war der erste Spatenstich erfolgt, am 4.September 2002 ging das erste Paket raus - nach Senden. Und QVC erlebt - allen schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zum Trotz - einen ungebrochenen Boom.

In den ersten drei Quartalen dieses Geschäftsjahres wurde ein Nettoumsatz von 268,2 Millionen Euro verzeichnet; gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum ein sattes Plus von 32 Prozent.

Schon 600 Mitarbeiter

Der wachsende Absatz der insgesamt 18.000 unterschiedlichen Produkte macht sich auch in Baal bemerkbar: in Form von viel Arbeit und erfreulicherweise immer mehr Arbeitsplätzen.

Wareneingang, Qualitätskontrolle, Kommissionierung, Retourenabwicklung und Verwaltung: Alleine in diesem Jahr stieg die Zahl der Mitarbeiter um etwa 200 auf rund 600 - aus 30 Nationen!

Mit 57 Prozent sind die Frauen in der Mehrheit. Und auch 20 Prozent Teilzeitkräfte stehen in Lohn und Brot. Die angekündigte und anvisierte Zahl von 1000 Mitarbeitern hält der Chef von QVC in Hückelhoven-Baal, Wolfgang Appelhans, Director Logistics & Operations, immer noch für realistisch. Mehr Umsatz und mehr Personal zeichnen sich auch für 2004 bereits ab.

Rekord: 50.000 Pakete

Inzwischen haben weit über sieben Millionen Pakete das Zentrum im Baaler Industriegebiet verlassen. Und die Vorweihnachtszeit hat einen neuen Tagesrekord beschert: mit 50.000 Sendungen!

Ein flexibles Jahresarbeitszeitmodell macht es möglich, auch die aktuellen Spitzen weitgehend mit der Stammbesetzung abzudecken.

Derzeit ist die Belegschaft in der Tat gefordert, um dem „Weihnachtsmann” zu helfen: Auch für die Nacht wurde eine kleine Schicht zusammengestellt. 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche wird derzeit bei QVC gearbeitet. In „normalen” Zeiten sind es zwei Schichten an sechs Tagen.

Wie von Geisterhand gelenkt, schieben sich die neun computergesteuerten Kräne mit bis zu 35km/h durch das imposante Hochregallager. 116 Meter lang und 37 Meter hoch sind die Regalschluchten, in denen 32.000Paletten Platz finden.

2006 oder 2007 könnte bereits die Erweiterung dieses Hochregallagers anstehen; es soll dann mehr als verdoppelt werden. Das 17Meter hohe Kleinteilelager bietet 66000 Stellplätze für jeweils drei Standardkartons fassende Tablare. Im Bekleidungssektor wird das Hängewarenlager derzeit schon vergrößert, da Mode von QVC-Kunden immer stärker nachgefragt wird.

Sicherheit wird groß geschrieben - angesichts des ungeheuren Warenwerts, der im Baaler Zentrum gelagert ist, aus nachvollziehbaren Gründen. Und im Schmucklager sind die Sicherheitsbestimmungen dann natürlich besonders streng.

Im Kommissionierbereich wird die Ware für den Kunden „gepickt”, das heißt zusammengestellt und dann im Packbereich versandfertig gemacht. Über so genannte Kippschalensorter verteilt, landen die Pakete für die Kunden dann auf 25verschiedenen Versandrampen.

Und mit der Post geht es auf den Weg zum Kunden, der QVC im wahrsten Sinne des Wortes erleben soll: Quality (Qualität), Value (Wert) und Convenience (Bequemlichkeit).

Seit 1. Dezember 1996 sendet QVC Deutschland. „Das ist unser Katalog. An jedem Tag neu”, zeigt Wolfgang Appelhans auf das laufende QVC-Programm, das über den Fernseh-Bildschirm in seinem Büro flimmert. In den Düsseldorfer Rhein-Studios wird seit 1.Oktober 24 Stunden am Tag (zuvor19) live produziert.

Und wenn da auf der Mattscheibe besondere Events beispielsweise aus der Küchenwelt angesagt sind, dann kann es Hochbetrieb fast so wie kurz vor Weihnachten auch schon einmal mitten im Frühling geben.

In den Call Centern (in Bochum und Kassel) oder im Internet eingehende Bestellungen werden nachts vom Computer zusammengestellt. Und in der Regel geht die Ware schon am nächsten Tag von Baal aus auf den Weg zum Kunden.

Sollten Artikel dann doch einmal nicht an den Mann oder an die Frau gebracht werden können, sprich über Sender oder Internet verkauft werden, dann gibt es auch noch die Outlet Stores in Neuss (dort war früher übrigens das Distributionszentrum von QVC beheimatet) und in Hückelhoven.

Lob für die Mannschaft

Als QVC entschieden hatte, ein neues Versandzentrum zu bauen, war das Arbeitskräftepotenzial in der Region bei der Standortentscheidung eines der ausschlaggebenden Argumente für Hückelhoven.

Und das sei hundertprozentig so in Erfüllung gegangen, hat Direktor Wolfgang Appelhans für seine motivierte Mannschaft nur Lob parat: „Wir haben genau die Arbeitskräfte gefunden, die wir brauchen. Und wir sind für sie auch der richtige Arbeitgeber, denke ich.”

Da verweist Appelhans nicht ohne Stolz darauf, dass QVC inzwischen in Baal ausbildet. Vier Nachwuchskräfte sind im September ins Berufsleben gestartet. Aber auch da gilt bei QVC natürlich: Tendenz steigend!

Das QVC-Zentrum in Zahlen