Selfkant-Hillensberg: Rund 200 Jahre alte Orgel klingt wie neu

Selfkant-Hillensberg : Rund 200 Jahre alte Orgel klingt wie neu

In Hillensberg ist die Zeit des Wartens am 1. Weihnachtstag vorbei, dann endlich kann der Organist Patrick Quadvlieg in der St. Michael-Kirche auf der fast 200 Jahren alten Orgel wieder alle Register ziehen, damit die Weihnachtslieder in verschiedenen Klangfarben erklingen können.

„Schon 1993 hatte der Landeskonservator Dr. Meier versprochen, dass die Restaurierung der Orgel in seiner Amtszeit geschehe”, so Gottfried Schürgers, Mitglied im Kirchenvorstand.

ber erst vor zwei Jahren, als die Finanzierung gesichert war, wurde die Genehmigung erteilt. So wurden 87.000 Euro vom Land und 5000 Euro vom Bistum übernommen, und der Eigenanteil betrug noch 43.000 Euro, die zu Lasten der Pfarre Hillensberg gingen.

Nachdem das Finanzielle weitgehend geregelt war, wurde die Orgelbau-Firma Johannes Klais aus Bonn mit der Restauration der Orgel betraut. Die Firma setzt weltweit Orgeln instand. Nach Weihnachten gehts für die Orgelbauer Thomas von Heymann, Frank Retterath und Michael Panckratz in den Oman. Dort wartet für sie in einer moslemischen Moschee wiederum eine restaurationsbedürftige Orgel.

Offene Fragen

Beim Abbau der Orgel in Hillensberg wurden Papierschnipsel von einer Aachener Zeitung aus dem Jahre 1831 gefunden. Das genaue Alter und die Herkunft der Orgel konnten nicht rekonstruiert werden. Die Orgelbauer vermuten aber, dass sie 200 Jahre alt ist und aus Holland stammt.

„Von den 594 Pfeifen mussten fast 200 erneuert werden”, so der Montageleiter Thomas von Heymann. Die Pfeifen bestehen aus einer Zinn-Blei-Legierung und wurden dem ursprünglichen Klangbild angepasst.

Anschließend wurde die Orgel in der Disposition zurück gestellt und als Einheit wieder auf der Orgelbühne aufgebaut. In dieser Position soll die Orgel auch bis 1933 bestanden haben. Damals benötigte der Organist immer einen Messdiener, der den Blasebalg betätigte. Heute geschieht dies mit einem leisen Motor, der die Luft in die Windkästen drückt.

All zu gerne erinnert sich Gottfried Schürgers an die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zurück, denn als Messdiener konnte man dem damaligen Organisten Harie Stassen auch schon mal einen Streich spielen, „so wurde manches Mal aus dem brausenden Wind nur ein laues Lüftchen, was sich auf das Orgelspiel nicht gerade positiv auswirkte”.

Es werden noch immer Spenden unter dem Stichwort: „Sanierung der Orgel” auf das Konto 3403052, BLZ 31251220, bei der KSK Heinsberg angenommen, da der Eigenanteil noch nicht vollständig aufgebracht werden konnte. Außerdem soll im nächsten Jahr eine Wiedereinsegnung der Orgel mit einem großen Rahmenprogramm stattfinden.