Kreis Heinsberg: Rückblick auf zehn aktive Jahre in der Frauenseelsorge

Kreis Heinsberg : Rückblick auf zehn aktive Jahre in der Frauenseelsorge

Der Jahreswechsel bringt Veränderungen mit sich — auch für die regionale Frauenseelsorge. Sabine Mevissen, seit Mitte 2006 Frauenseelsorgerin in der Region Heinsberg, gibt ihr Amt zum Jahresende offiziell auf und ist künftig nach einer Zusatzausbildung in der Psychiatrie-Seelsorge in Vollzeit als Seelsorgerin in der Fachklinik der Katharina Kasper ViaNobis GmbH in Gangelt tätig.

Grund genug, auf zehn aktive Jahre der Frauenseelsorge in der Region zurückzublicken.

Die 53-Jährige, die aus Kleingladbach stammt, kam während ihrer Ausbildung zur Gemeindereferentin 1987 als Assistentin in die Pfarrei St. Johannes der Täufer in Haaren. 1990 ging sie zusammen mit ihrem Mann nach Düren, kehrte jedoch 1998 nach Haaren zurück. Dort war sie als Gemeindereferentin zunächst für die Pfarreien in Braunsrath und Obspringen zuständig, später dann für alle Waldfeuchter Pfarreien. Parallel dazu arbeitete sie bis Ende 2005 noch als Eheberaterin in Düren. Nach den Veränderungen im ­Bistum Aachen wurde sie mit einer 25-Prozent-Stelle Frauenseelsorgerin für die Region Heinsberg.

Die Einrichtung dieser neuen Viertelstelle war notwendig geworden nach dem Wegfall des Frauenreferates in der Regionalstelle in Heinsberg, die Ende 2005 aufgelöst worden war. „Ziel war es, unter dem seelsorgerischen Aspekt in der Region Heinsberg ein Angebot für Frauen aufrechtzuerhalten“, erklärt die Gemeindereferentin zu der Aufgabe, die sie vor zehn Jahren übernahm. „Das Konzept haben wir selbst erarbeitet, spannend dabei war die Frage, wie es möglich sein würde, mit nur 25 Prozent meiner Arbeitszeit ein möglichst breites Angebot für die Frauen in der Region zu schaffen“, erinnert sie sich. Sabine Mevissen sollte Ansprechpartnerin für die Frauen in der Region sein und ihnen ermöglichen, sich in ihrem Glauben weiter zu entwickeln. Zudem sollte sie die Frauen in den Strukturen der katholischen Kirche vor Ort repräsentieren, „also quasi eine Art Anwältin der Frauen sein“, sagt sie.

In weiten Teilen der Region habe sie sich schon gut ausgekannt, erinnert sie sich an ihre ersten Schritte in der neuen Funktion. „Ich bin zuerst einmal durch die Region getingelt, um die Menschen kennenzulernen und habe dann damit begonnen, eigene Angebote zu entwickeln.“ Dazu hätten natürlich auch die Fortsetzung der Veranstaltungen zum Weltgebetstag gehört, ebenso wie die traditionelle Frauenwallfahrt zum Birgelener Pützchen.

2009 gab es den ersten Frauenpilgertag. Weiter zum neuen Programm gehörten der Kinotag, Einkehrtage in Taizé, eine Reise nach Israel oder gemeinsame Veranstaltungen mit dem Katholischen Forum wie zum Beispiel das Heilsame Singen. Beim ersten Pilgertag seien schon 150 Frauen zum Informationsabend gekommen, nennt sie nur ein Beispiel für die gute Resonanz, die ihre neuen Angebote fanden. „Das hat mit den Auflösungen der Strukturen vor Ort zu tun“, erklärt sie. „Zugleich können die Frauen, die sich an unseren regionalen Angeboten beteiligen, ihre Erfahrungen daraus auch vor Ort wieder nutzen.“

Das Wörtchen „uns“ ist ihr dabei ganz wichtig. Niemals hätte sie die Angebote für Frauen in der Region alleine stemmen können, betont sie. Und so seien ihrem Aufruf gleich ein halbes Dutzend Kolleginnen gefolgt. „Wie mich die Kolleginnen in der Region in meiner Aufgabe unterstützt haben, das war schon einzigartig!“ Das sei ein Gewinn für die Frauenseelsorge in der Region gewesen, zugleich aber auch einer für die Arbeit der Kolleginnen vor Ort. Warum hört sie dann jetzt auf? „Zehn Jahre sind eine gute Zeit für mich und für die Region. Da wird es Zeit für etwas Neues.“

Doch Neues ist derzeit noch nicht in Sicht, die Nachfolge nicht geklärt. „Das muss man jetzt aushalten“, sagt Sabine Mevissen. „Ich habe vor einem Jahr meine Absicht schon bekundet.“ Ihre Fußstapfen seien zu groß, habe man ihr schon gesagt. „Das schmeichelt mir“, antwortet sie selbst, kehrt diese Meinung jedoch um. Dass sie so gut vernetzt sei in der Region, sei gewiss auch eine gute Grundlage für eine Nachfolgerin, erklärt sie. In den vergangenen zehn Jahren sei die Frauenseelsorge zu einem Markenzeichen im Bistum Aachen geworden. „Es geht nicht um kämpfen. Wir nehmen Platz, unseren Platz ein. Und die Frauen haben noch mehr Platz verdient“, betont sie. „Wenn es um das Thema Leitung geht, sind wir Frauen immer noch unterrepräsentiert. Frauen müssen noch viel stärker in verantwortlichen Rollen gesehen werden.“ Daher hofft sie sehr, dass schnell eine Nachfolgerin gefunden wird.