Würselen: Rotes Kreuz rettet jetzt mit geprüfter TÜV-Qualität

Würselen : Rotes Kreuz rettet jetzt mit geprüfter TÜV-Qualität

Wettbewerbsfähigkeit ist gefragt: Seit 1996 müssen Kommunen ihre Aufträge für den Rettungsdienst europaweit ausschreiben, wenn der Etat den Schwellenwert von 193.000 Euro überschreitet.

Zwar bestreitet das Deutsche Rote Kreuz bundesweit nach wie vor 60 Prozent dieser Dienstleistung, doch ist es immer gut, wenn man sich einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschafft.

Aus diesem Grund arbeitet der DRK-Kreisverband Kreis Aachen seit drei Jahren daran, sich seine Dienste - und damit auch den Rettungsdienst - vom TÜV-Hessen überprüfen und mit dem Siegel TÜV-Proficert auszeichnen zu lassen. In diesem Check enthalten sind außerdem der rettungsdienstliche Spitzenbedarf, der Intensivtransport, der qualifizierte Krankentransport, der Behindertenfahrdienst, der Medizinische Transportdienst, der kassenärztliche Fahrdienst und die Einsatzzentrale.

„Bei Beginn meiner Tätigkeit war ich gegen eine Plakette, ich wollte das Geld lieber in die Prozesse stecken”, sagt Kreisgeschäftsführer Peter Timmermanns. „Mittlerweile halte ich es für sehr wichtig, unseren Kunden durch die TÜV-Zertifizierung den hohen Qualitätsanspruch unserer Dienste vor Augen zu halten.”

Das Vorhaben angeschoben haben Andreas Pawlak, Daniela Drengenburg und Bernd Syben. Die drei Mitarbeiter mussten auch gegenüber der Geschäftsführung einige Überzeugungsarbeit leisten, gibt Timmermanns zu. Nachdem das Projekt beschlossen war, wurden sie von einer Unternehmensberatung zu Qualitätsbeauftragten und Auditoren geschult. So waren sie in der Lage, ein Qualitäts-Management-System (QM-System) einzuführen, mit dem die verschiedenen Prozesse des Verbandes dokumentiert und einsehbar gemacht werden konnten.

Der TÜV-Hessen bekam letztendlich ein von 26 Arbeitsgruppen erstelltes, 600-seitiges Handbuch vorgelegt, durch das die Kriterien für eine Zertifizierung erfüllt wurden. Die Weiterentwicklung des QM-Systems wird jährlich überprüft. Nach drei Jahren ohne Beanstandung erfolgt eine Re-Zertifizierung.

Positiver Nebeneffekt der Arbeit des Kreisverbandes Kreis Aachen war die Einrichtung eines Kompetenzzentrums, in das bislang 18 DRK-Kreisverbände ihr Wissen einbringen und so ihr Know-how bündeln. „Dieses Zentrum war längst überfällig, um zu vermeiden, dass jeder Verband seine eigene Suppe kocht”, meint Robert Korell vom DRK-Landesverband Nordrhein und fügt hinzu: „Und es kommen ständig neue Verbände hinzu.”