Erkelenz: Rollstuhlfahrer noch außen vor

Erkelenz : Rollstuhlfahrer noch außen vor

Auf diesen Tag haben unzählige Bahnfahrer aus dem Erkelenzer Land lange gewartet: Der Zugang zu den Bahnsteigen von der Park-and-Ride-Anlage an der Neusser Straße ist fertig.

Seit Mittwochabend müssen Bahnfahrer, die ihr Auto auf dem Parkplatz abgestellt haben, keine „Ehrenrunde” mehr um den Bahnhof drehen.

Doch überschäumende Freude wollte bei der offiziellen Eröffnung am Donnerstagnachmittag nicht aufkommen. Der Grund: Behinderten Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, nützt die neue Anlage rein gar nichts.

Weil ein Aufzug vom Parkplatz zum Tunnel unter den Gleisen noch fehlt, ist für sie der Bahnsteig an Gleis zwei - von dort fahren die Züge in Richtung Mönchengladbach und Düsseldorf - immer noch unerreichbar.

„Ein unerträglicher Zustand”, schimpfte Bürgermeister Erwin Mathissen. Für die Stadt Erkelenz ist klar, wer die Schuld an diesem Missstand trägt: die Deutsche Bahn (DB).

Diese ist für die Modernisierung des Bahnhofs zuständig - und dazu gehört auch ein behindertengerechter Ausbau der Bahnsteige. Die Stadt könne besagten Aufzug schnell einbauen. Dann fehlt allerdings immer noch der Zugang vom Tunnel zum Bahnsteig.

Umbau schon lange geplant

Der Um- und Aufbau ist schon lange geplant, wird aber wegen fehlenden Geldes auf die lange Bank geschoben. Auch Elmar Heinrichs vom DB-Bahnhofsmanagement Aachen blieb bei der Eröffnung ob dieser Misere nur ein hilfloses Schulterzucken.

Weil Fördermittel des Landes nicht so schnell fließen wie vorgesehen, würden alle anstehenden Baumaßnahmen überprüft. So werde es am Montag ein Gespräch zwischen dem AVV als Zweckverband und der DB geben.

Ob bei diesem Gespräch ein neuer Zeitpunkt für die Modernisierung des Erkelenzer Bahnhofs herauskommt, mochte Heinrichs nicht vorhersagen.

Ein schwacher Trost für Hubert Ohoven. „Hier muss sich endlich was tun”, sagte er enttäuscht.

Der Erkelenzer ist auf den Rollstuhl angewiesen und würde nur zu gerne mit dem Zug direkt von Erkelenz nach Mönchengladbach fahren, etwa um ein Spiel der Borussia am Bökelberg zu besuchen.

Ein Anfang ist immerhin gemacht: Von den 306 Pkw-Stellplätzen der Park-and-Ride-Anlage an der Neusser Straße sind elf behindertengerecht ausgebaut.