"Rio Tinto" ist heute sauberes Gewässer

"Rio Tinto" ist heute sauberes Gewässer

Erkelenz/Mönchengladbach (an-o) - "Die Niers war früher eine dreckige Brühe, jetzt soll sogar eine Fischereigenossenschaft gegründet werden. Im Hauptgewässer des linken Niederrheins gibt es wieder 23 verschiedene Fischarten", sagt Armin Melsa stolz. Sein Verband feiert 75. Geburtstag.

Der Diplomingenieur und Professor ist Vorstandsvorsitzender des Niersverbandes. Der wurde nämlich am 22. Juli 1927 mit dem Ziel gegründet, den Gewässerabfluss zu regeln, häufige Überschwemmungen abzumildern oder zu vermeiden und die im Verbandsgebiet anfallende Abwässer zu reinigen.

Die waren vorher von den zahlreichen Betrieben an den Ufern ungeklärt eingeleitet worden. "Rio Tinto" hieß der Fluss deshalb im Volksmund. Jetzt ist er mit einem breiten Dienstleistungsangebot auch der Gewässerpflege und Renaturierung zu einem Schmuckstück des Niederrheins geworden, wird genossenschaftlich geleitet und braucht daher keine Steuern zu zahlen - ist aber auch nicht auf Rendite angelegt, wie Professor Melsa betont.

Das große Jubiläumsfest

Und weil die Bevölkerung des Einzugsgebietes Anteil am Jubiläum nehmen soll, wird am Sonntag, 1. September, das größte Klärwerk des Niersverbandes in Mönchengladbach-Neuwerk am Tag der offenen Tür von 9 bis 18 Uhr der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Vom Stadtbad Viersen und vom Real-Parkplatz in Mönchengladbach werden Pendelbusse eingesetzt. Pkw- und Fahrrad-Parkgelegenheiten stehen aber auch am Werk zur Verfügung.

Zahlreiche Angebote wie Untersuchung von Brunnenwasser, Laborbesichtigungen, Parade der Spezialfahrzeuge, zum Beispiel eines Mähbootes, Umwelttheater-Aufführungen und der Nierszoo mit Fischen und Kleinstlebewesen des Flusses, Kinderbelustigung und die Wanderausstellung sind geplant. Die Ausstellung wird übrigens im Jahr 2003 auch in Erkelenz gezeigt werden.

Die wichtigsten Stationen des Klärwerkes, das insgesamt 67 Hektar umfasst, können mit einer Besichtigungsbahn oder zu Fuß erkundet werden. Zur offiziellen Festveranstaltung einige Tage vorher mit geladenen Gästen wird auch Landesumweltministerin Bärbel Höhn erwartet.

Zum Niersverband gehören zwei kreisfreie Städte, 29 kreisangehörige Städte und Gemeinden sowie 342 gewerbliche Unternehmen zwischen Erkelenz und Kleve. Der Verband unterhält 24 Kläranlagen und -werke, 28 Regenbecken, 22 Pumpwerke und 19 Stauanlagen und hat ein Einzugsgebiet von rund 1400 Quadratkilometer mit etwa 750000 Einwohnern.