Kreis Heinsberg: Riesenkaninchenschau: Zum Siegertyp gehört Fleisch statt Fett

Kreis Heinsberg : Riesenkaninchenschau: Zum Siegertyp gehört Fleisch statt Fett

Der Riesenclub Rheinland hatte zur Riesenkaninchenschau in Haus Hohenbusch bei Erkelenz-Hetzerath eingeladen. Vorsitzender Albert Bajus sprach von einem „Erntedankfest der Züchter“, zu dem auch viele Mitglieder befreundeter Clubs gekommen waren.

Die „Ernte“ sind die überaus erfolgreichen Züchtungen, mit denen der Riesenclub zuletzt in Kirchberg (Hunsrück) bei der 15. Riesenvergleichsschau die Konkurrenz auf die Plätze verweisen konnte. Auch ein Meldeergebnis von knapp 160 Deutschen Riesen in fünf Farbschlägen lasse beruhigt in die Zukunft blicken.

Mindestens sieben Kilo

Der Riesenclub Rheinland wurde 1909 gegründet und zählt mit fast 30 Mitgliedern zu den mitgliederstärksten Clubs im Landesverband der Rheinischen Rasse-Kaninchenzüchter. Die gewichtigen Zuchtergebnisse gab es in der Ausstellung zu bewundern. Wer bei „Kaninchen“ an kleine niedliche Schmusetiere für Enkel oder Kinder denkt, liegt bei den Riesen völlig falsch. Denn sie machen ihrem Namen alle Ehre. Mindestens sieben und höchstens 11,5 Kilo dürfen die Riesen wiegen. Was darüber liegt, bedeutet Punktabzug, erklärte Bernd Laumann. Und vor allem fett dürfen die Sieger nicht sein.

„Es muss Fleisch sein, dann ist es ein Siegertyp“, erläuterte er. Weitere Kriterien sind das Fell, die Körperhaltung und die Stellung der Ohren. Sein gelber Riese hatte den ersten Platz in seiner Kategorie gemacht. „Die Gelben sind seltener, da ist die Konkurrenz nicht so groß wie bei den Grauen“, betonte Laumann. Er selbst ist erst seit neun Jahren dabei und baut eine erfolgreiche „Blutlinie“ auf, aus der heraus man gut züchten kann. In seinem Stall hat er 27 Kaninchen, zwei davon mit Namen.

„Die werden nicht gegessen, denn die sind mir ans Herz gewachsen“, räumte er ein. Wenn es um die Fortpflanzung geht, sind Kaninchen durchaus viel sensibler, als es ihr Ruf glauben machen möchte. Es kommt vor, dass ein preisgekrönter Rammler tagelang mit einem Weibchen in einem Käfig sitzt, ohne dass es zu der gewünschten Paarung kommt, weil die Chemie nicht stimmt, berichtete der Züchter aus Kamp-Lintfort. Wenn es allerdings funkt, ist der Nachwuchs nach gut einem Monat da. So lässt sich komfortabel züchten.

Die Mitglieder des Clubs kommen nicht nur aus der näheren Umgebung. Markus Kreis aus Essen war für den Riesenclub in der Kategorie „wildfarben“ erfolgreich. Damit trug er zum Gesamterfolg des Riesenclubs bei, der sich in Kirchberg mit 1928 Punkten gegen elf andere Clubs hatte durchsetzen können.

Feste Größe in Erkelenz

Schirmherrin Astrid Wolters, die stellvertretende Bürgermeisterin, hob in ihrem Grußwort hervor, dass der Riesenclub in Erkelenz zu einer festen Größe geworden sei, der sich auch jedes Jahr am ­Hohenbuscher Bauernmarkt beteilige und mit seinen eigenen Schauen nicht nur Züchter aus der gesamten Region nach Erkelenz zieht.

(hewi)