Geilenkirchen: Richter: „Damit ist die Verhandlung geplatzt”

Geilenkirchen : Richter: „Damit ist die Verhandlung geplatzt”

„Damit ist die Verhandlung geplatzt”, erklärte Richter Anselm Pütz verärgert.

Er hatte am Donnerstag erst nach mehr als einer Stunde klären können, dass gegen eine 32-jährige Frau noch ein Verfahren anhängig ist.

Sie sollte als Hauptbelastungszeugin gegen einen 38-jährigen Arbeiter aus Heinsberg aussagen, dem die Staatsanwaltschaft vorwirft, zwischen Februar 2001 und Mai 2002 mit mindestens 675 Gramm Heroin Handel betrieben zu haben.

Zeugen haben vor Gericht dann ein Aussageverweigerungsrecht, wenn sie sich mit ihrer Aussage selbst belasten könnten. Sie verweigerte deshalb die Aussage.

Verhandelt wird gegen den 38-Jährigen, wenn die Verfahren gegen alle Zeugen rechtskräftig abgeschlossen sind. Am ersten Verhandlungstag vorige Woche bestritt der Angeklagte jeden Handel mit Rauschgift.

Er gab lediglich zu, für seine schwer abhängige Ehefrau Kurierfahrten in die Niederlande vorgenommen und dafür jeweils ein halbes Gramm erhalten zu haben. Auf die Frage des Richters, ob gegen sie ein Verfahren laufe oder abgeschlossen sei, antwortete sie: „Von einem Verfahren gegen mich weiß ich nichts.”

Als Zeugin sagte sie aus: „Ich habe vom Angeklagten Heroin bezogen.” Sie habe die Betäubungsmittel von ihm über einen Zeitraum von drei, vier Wochen bekommen. Vorher habe sie auch von anderen Personen in Hückelhoven, ihrem Wohnort, Heroin bezogen. „Gekauft habe ich in seiner Wohnung. Dabei habe ich die Drogen immer im voraus bekommen, bezahlt wurde später. So hatte ich Schulden beim Angeklagten, der Druck auf mich ausgeübt und dann mein Auto als Gegenleistung für 400 Euro übernommen hat.”

Das sei im April gewesen, im Mai sei sie zu einem Arzt gegangen und habe am Metadon-Programm teilgenommen. Konfrontiert mit ihrer polizeilichen Aussage, sie habe dort erklärt, mehr als ein Jahr Drogen vom Angeklagten bezogen zu haben, sagte die Angeklagte, sich nicht mehr an alles erinnern zu können. Auch gegen zwei weitere Zeugen laufen noch Verfahren, sie machten von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.