Hückelhoven-Baal: Rheinische Landeier und piekfeine Städter

Hückelhoven-Baal : Rheinische Landeier und piekfeine Städter

„Oh Gott, die Familie!” ließ die Lachtränen fließen. Diesen Schwank in drei Akten von Bernd Gombold brachten die Theaterfreunde der Baaler Bürger Bühne auf die Bretter des Bürgerhauses.

Den Schauspielern und ihrem Regie-Team unter der Leitung der Vereinsvorsitzenden Rita Kluge war es gelungen, jeden einzelnen Charakter herauszuarbeiten und mit sehr viel Liebe zum Detail zu verkörpern.

Zwei grundsätzlich verschiedene Familien treffen in einer Fischerhütte am Hariksee aufeinander, weil ihre Kinder (Sonja Buchholz und Michael Grates) eigentlich heimlich heiraten wollten. Die Eltern des Bräutigams (Rita Schrade und Egon Grünter) sind zusammen mit Opa Johann (Willi Windges) und Tochter Johanna (Steffi Schrade) aus Baal angereist.

Dann trifft die vornehme Zahnarztfamilie des Herrn Dr. Roggenkorn (Claudia Schwarz, Jürgen Wilkop, Jenny Gunder) in der Hütte ein, und das unvermeidliche Schicksal nimmt seinen Lauf. Die resolute Hüttenbesitzerin Klara (Walli Windges) nimmt regen Anteil am Geschehen und spart nicht mit ihren Kommentaren zu allen Vorkommnissen. Nachdem Opa Johann und Sohn Fritz in einer Nachtbar versackt sind, erwarten beide händeringend einen Boten, der ihre Anzüge zurückbringt, die bei einer Verkleidungsaktion liegengeblieben waren.

In ihrem schweren Rausch hatten die beiden Männer eine Tänzerin (Simone Schmitz) angeheuert, die unglücklicherweise auch noch in der Hütte am See auftaucht. Ihr Auftritt wird unterbrochen von der Pfarrhaushälterin (Gerlinde Mistler), die nicht versteht, wieso man sie für eine Frau aus dem Nachtclub hält.

Die beiden Mütter sind inzwischen bei ihrem Streit um das Brautkleid beschwichtigt worden von den Brautleuten, die erklären, in einer traditionellen Tracht heiraten zu wollen. Diese soll vom Pfarrbüro gebracht werden. Als der Rausschmeißer (Harald Klatt) des Nachtclubs mit den Anzügen der Herren eintrifft, halten die beiden Damen ihn für den Pastor persönlich.

Am Ende gipfelt das Finale in hitziger Debatte über die Verwendung eines Taufkissens mit der längeren Familientradition, und damit schließt sich der Vorhang. Die Gegensätze zwischen den Familien wurden unterstrichen durch die rheinische Mundart bei den „Landeiern” und das Hochdeutsch der feinen Städter.

Allen Schauspielern war ihre enorme Spielfreude anzumerken, die sich sehr schnell auf das Publikum übertrug. Der Schlussapplaus und stehende Ovationen belohnten die Akteure für ihre sechsmonatige intensive Probenarbeit.