Hückelhoven-Kleingladbach: Resignation ist bei Luise Meuser fehl am Platz

Hückelhoven-Kleingladbach : Resignation ist bei Luise Meuser fehl am Platz

Am liebsten sitzt Luise Meuser im Wintergarten ihres kleinen Hauses. Der ist ganz licht, mollig warm und sehr gemütlich. Überall auf Tischen und Kommoden haben lasierte Figuren aus Porzellan Stellung bezogen.

Die Zeit scheint hier still zu stehen. Ein Stillleben. Wahrscheinlich auch heute, am Internationalen Tag der Behinderten, sitzt Luise Meuser in ihrem Wintergarten. Luise Meuser hat eine Behinderung: Die 71-Jährige ist von Geburt an spastisch gelähmt und nach einer Operation am Rückenmark vor beinahe fünf Jahren auf den Rollstuhl angewiesen.

„Ich möchte mit mir selber nicht tauschen”, sagt Luise Meuser. „Aber ich bin nicht gefragt worden.” Aus ihrem Mund klingt das nicht bitter. Resignation wäre das Letzte, was ihr in den Sinn käme. Im Laufe der Jahre hat Luise Meuser gelernt, Ja zu sagen. Ihrer begrenzten Bewegungsfreiheit begegnet sie mit der Grenzenlosigkeit des Verstandes. Sie dichtet.

Luise Meuser nutzt die Zeit, die ihr gegeben ist. „Mein Leben als Schwerstbehinderte gewinnt an Qualität in dem Maße, in dem ich Freude verschenken kann - im gesprochenen und vor allen Dingen im geschriebenen Wort.” Im vergangenen Jahr hat sie ihren vierten Gedichtband „Ich träumte den Traum einer Rose - Worte der Zuversicht” veröffentlicht.