Baal: Renovierung mit Pannen: Holzwurm wütet in Lövenich

Baal : Renovierung mit Pannen: Holzwurm wütet in Lövenich

„Je genauer der Architekt guckte, desto brüchiger wurde das Haus”, leitete Antje Saalmann, Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde in Baal und Lövenich, die kurze Information zur Renovierung und zum Ausbau des Lövenicher Pfarrhauses und des Gemeinderaumes ein.

Im Rahmen der Visite des Superintendenten Klaus Eberl hatten die Gemeindemitglieder die Möglichkeit, Anliegen vorzutragen und Informationen über aktuelle Themen im Kreissynodenvorstand zu erfahren. Der Vorstand ist der Träger der kirchlichen Selbstverwaltung bei der evangelischen Kirche, besteht aus Beauftragten der Gemeinde und regelt die kirchliche Ordnung.

Presbyter Klaus Eberl stand den Interessierten gemeinsam mit Pfarrerin Antje Saalmann nach der Sonntagsmesse Rede und Antwort. Es wurde auch gefragt, für welche Zwecke die Einnahmen der Kollekte verwendet werden.

Das Geld der so genannten Diakoniekassen werde von den Gemeinden für die Einzelunterstützung, unter anderem von allein erziehenden Müttern, oder für die Beschaffung von medizinischen Hilfsmitteln in Notfällen verwendet. Eberl betonte, dass das Geld nicht gespart, sondern für solch dringende Fälle verwendet werde. Die Renovierungsarbeiten des 300 Jahre alten Gemeindehauses in Lövenich sind in vollem Gange.

Jedoch sind die Kosten wesentlich höher, als man errechnet hatte. „Die Fenster sehen optisch super aus, aber der Putzer jammert”, erzählte ein älteres Gemeindemitglied, das schon einmal einen Blick in das Haus von 1686 geworfen hatte.

Die Putzarbeiten hätten ein höheres Ausmaß erreicht als angenommen. Im Büroraum des Gebäudes stießen die Bauarbeiter auf einen 15 bis 20 Meter tiefen trockenen Brunnen. Pfarrerin Saalmann berichtete über die Aufräum- und Renovierungsarbeiten, bei der sie selbst mit Hand angelegt hatte: „Bei Bohrungen entdeckten wir den Holzwurm. Rund um das Haus war es feucht, so dass eine Rundum-Trocknung erfolgen musste.”

Antje Saalmann: „Wir hoffen, dass wir am vierten Advent das Pfarrhaus eröffnen können.” Die Kosten werden circa 250 000 Euro betragen, so Kirchenmeister Günter Morjan.

Anschließend berichtete Klaus Eberl über die Arbeit der Kreissynode. Derzeit beschäftige man sich mit dem Thema „Bildungshaus”. Das schon bestehende Jugendreferat werde zukünftig durch die Kindergarten-Beratung ergänzt. Auch die Erwachsenen-Bildung müsse im Projekt „Bildungshaus” neu organisiert werden.

Zudem solle die Öffentlichkeitsarbeit verbessert werden. Die Finanzierung, so Eberl, erfolge dadurch, dass die Pfarrer den Religionsunterricht übernehmen. Das Thema „Was ist der Mensch?”, werde die Kreissynode zukünftig beschäftigen. Diskussion über Biotechnik und Sterbehilfe seien geplant.