Rathäuser mit List und Charme erobert

Rathäuser mit List und Charme erobert

Heinsberger Land. „Über 1000 Karnevalisten vom Komitee stehen bereit, zu übernehmen das Kommando an den tollen Tagen”, so warnte Bürgermeister Josef Offergeld seine hochkarätigen Gäste beim traditionellen Empfang.

Und das wohl wissend, dass ihm und seinen Helfern trotz Kamelle zur Abwehr am Ende nur die Kapitulation bleiben würde.

In seinem gereimten Grußwort stellte er zwei Dinge heraus. Zu den Finanzen: „Wir in Heinsberg sind wie immer ausgeglichen, der Einzelplan 11, die Rathauserstürmung, wurde bei uns nicht gestrichen.”

Zur Perspektive für die Zukunft: „Sie sehen, und das zeichnet uns aus, Heinsberg ist immer der Zeit voraus. Wir haben nicht nur einen technischen Beigeordneten Knarren, wir haben auch viele weise Narren.”

Für die ergriff Komiteepräsident Heinz-Leo Heinrichs das Wort. Gerade in der heutigen Zeit wolle man dem alltäglichen Wahnsinn und dem Kriegsgebaren mit dem Karneval ein Stück Frohsinn entgegensetzen, so sein Appell.

Bei herrlichem Sonnenschein war der Rathausplatz dicht mit Menschen gefüllt. Während stellvertretender Bürgermeister Walter Geiser für die Verteidiger das Wort führte, ergriff Helmut Frenken, Präsident der Brööker Waaterratte, für die Streitmacht der Narren das Mikrofon zum närrischen Schlagabtausch.

„Ihr meint doch wohl nicht, hier tuts die Masse, nein heute siegt wie immer die Klasse”, rief Walter Geiser den Karnevalisten entgegen.

Die Antwort von Helmut Frenken: „Hier stehen 2000 Narren wie ein Mann, und wenn diese Masse hier einmal rollt, entwickelt sie 100 000 Volt, und drängt euch zusammen, jede Wette, in die allerkleinste Rathaustoilette.”

Um dem zu entkommen, schwenkte Bürgermeister Josef Offergeld die weiße Fahne, überreichte Prinz Heinz I. den Rathausschlüssel und hieß Prinzessin Helga mit einem Blumenstrauß willkommen.

Mit List und Tücke rissen die Selfkant-Jecken der Karnevalsgesellschaften „De WitsemänÓ aus Tüddern und „De KleischötteÓ aus Süsterseel den Rathausschlüssel an sich. Im Handumdrehen war Bürgermeister Willi Otten überwältigt.

Bei so viel Charme der hübschen Prinzessinnen überreichte er an die Prinzen Roland I. und Jochem I. freiwillig den Schlüssel. Sitzungspräsident Hans Backhaus (Süsterseel) führte zusammen mit Tüdderns Köb Paulzen durch das bunte Programm im Rathaus.

Und wie feierte Gangelt die Rathausstürmung? Prinz Wolfgang I. von der Karnevalsgesellschaft „Muhrepenn” rüttelte mit seinen Mannen schon am Donnerstagabend kräftig an der verschlossenen Eingangstür des Rathauses.

Im Foyer hielt Gangelts neuer Ortsvorsteher Karl-Heinz Milthaler die Rathausschlüssel zur übergabe bereit.

Zuvor hatte Muhrepenn-Präsident Willi Babel die Gäste mit launigen Worten begrüßt. Mit der Verkündung der neuen „Zwölf Gebote bis Aschermittwoch” brachen herrliche Zeiten an.