Rasche Integration in Erwerbstätigkeit als Ziel

Rasche Integration in Erwerbstätigkeit als Ziel

Kreis Heinsberg. Landrat Karl Gruber und die Vorsitzende der Agentur für Arbeit Aachen, Gabriele Hilger, haben im Heinsberger Kreishaus eine Absichtserklärung zur Kooperation auf der Grundlage des Sozialgesetzbuches II unterzeichnet.

Die Unterzeichnung der Absichtserklärung erfolgte vorbehaltlich der Entscheidung der politischen Gremien des Kreises über die Beantragung einer Option (Experimentierklausel), die es einigen Kreisen und kreisfreien Städten ermöglicht, anstelle der Bildung einer Arbeitsgemeinschaft selbst alleiniger Träger der Grundsicherung für Arbeitssuchende zu werden.

Ziel dieser Absichtserklärung ist es, eine gemeinsame und funktionsfähige Kooperationsgemeinschaft zur Umsetzung und Durchführung der gesetzlichen Aufgaben für die Menschen im Kreis Heinsberg vorzubereiten und diese zum 1. Januar 2005 zu errichten.

Ab 1. Januar 2005 werden die bisherige Arbeitslosenhilfe und die Sozialhilfe für erwerbsfähige Hilfsbedürftige zu der neuen Leistung „Grundsicherung für Arbeitsuchende” zusammengeführt. Leistungen der Grundsicherung sind Geld- und Sachleistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes sowie alle Dienstleistungen, die die Eingliederung in Ausbildung und Erwerbstätigkeit ermöglichen sollen.

Die Träger der Grundsicherung, Kommunen und Agenturen für Arbeit, sollen durch Zusammenführung ihrer Kompetenzen eine effiziente Betreuung und rasche Integration in Arbeit oder Ausbildung sicherstellen.

Mitarbeiter der Agentur für Arbeit und des Kreises Heinsberg haben seit Beginn dieses Jahres den Inhalt der Absichtserklärung in intensiven Verhandlungen vorbereitet.

Die Agentur für Arbeit Aachen und der Kreis Heinsberg haben sich im Einvernehmen mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden als Voraussetzung für eine Zusammenarbeit auf folgende Grundsätze verständigt: Aufbau eines ganzheitlichen Fallmanagements, das heißt Beratungs-, Betreuungs- und Geldleistungen aus einer Hand; dezentrale Struktur mit Außenstellen in acht der zehn kreisangehörigen Städte und Gemeinden, mit dem Ziel einer bürgernahen Hilfeleistung; Nutzung und Einbindung erfolgreicher lokaler Strukturen von Trägern von Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen.

Der Kreis Heinsberg und die Agentur für Arbeit Aachen wollen bis 30. September weitere Rahmenbedingungen und Detailfragen klären. Die zukünftige Zusammenarbeit soll für die nächsten Jahre vertraglich festgeschrieben werden.

Karl Gruber und Gabriele Hilger unterstrichen die hohe Herausforderung, die durch die ab 1. Januar 2005 umzusetzenden neuen gesetzlichen Regelungen von den Partnern zu bewältigen sei. Sie zeigten sich aber zuversichtlich, dass es durch die angestrebte Bündelung und Verzahnung der beiderseitigen Kompetenzen gelingen werde, dieser Herausforderung im Interesse einer raschen Integration von hilfebedürftigen Menschen in eigenständige Erwerbstätigkeit wirksam zu begegnen.

Daneben hat derzeit für die Beteiligten besondere Bedeutung, dass die reibungslose Umstellung der Leistungsgewährung zum 1. Januar 2005 sichergestellt wird. Nach derzeitigen Berechnungen werden im Kreis Heinsberg etwa 8300 Bedarfsgemeinschaften (Fälle) mit rund 20.000 Personen betroffen sein.