Kreis Heinsberg: Promille-Scouts suchen das Gespräch mit jungen Menschen

Kreis Heinsberg : Promille-Scouts suchen das Gespräch mit jungen Menschen

Eine neue, langfristig angelegte Kampagne gegen Alkoholmissbrauch hat jetzt die Arbeitsgruppe Jugendschutz im Kreis Heinsberg gestartet. Die AG besteht seit 26 Jahren als Kooperation der Jugendämter, der Gesundheits- und Ordnungsämter in der Kreisverwaltung, des Schulamtes für den Kreis Heinsberg sowie der Kreispolizeibehörde.

Nach langjährigen Erfahrungen mit der Initiative „Jugendschutz im Karneval”, die sich vor allem an Veranstalter und Gewerbebetriebe richtete, sollen künftig auch jugendliche Alkoholkonsumenten selbst angesprochen werden, mit aussagekräftigen Plakaten und persönlich bei Veranstaltungen.

Die Plakate zeigen großformatige Fotos von jungen Menschen in peinlichen Situationen, die durch übermäßigen Alkoholkonsum hervorgerufen wurden. So ist etwa ein junger Mann zu sehen, der hilflos vor einer Diskothek im Gebüsch liegt und auf sein T-Shirt erbrochen hat. Die Textbotschaft dazu lautet „Voll draußen”. Hinzu kommt der Appell, weniger zu trinken - verknüpft mit dem Hinweis: „Alkohol macht einsam!”

Franz Heinrichs vom Kommissariat Vorbeugung als Leiter der Arbeitsgruppe begrüßte zur Präsentation des Projekts im Heinsberger Kreishaus neben Vertretern der Arbeitsgruppe auch Josef Nießen als Dezernent der Kreisverwaltung und Stephan Wey, Leiter der Direktion Kriminalität bei der Kreispolizeibehörde.

Um über die Plakate hinaus direkt mit den jungen Menschen in Kontakt zu kommen, setzt die Arbeitsgruppe sogenannte Promille-Scouts ein. Sie sollen gezielt das Gespräch suchen und mit Artikeln wie etwa Buttons oder Kondomen für einen bewussteren Umgang mit Alkohol werben.

Zehn Scouts wurden bisher im Fachbereich Soziale Arbeit der Katholischen Fachhochschule Aachen für ihre Aufgabe geschult und haben schon einen ersten Einsatz bei einer Halloween-Party in Geilenkirchen erfolgreich absolviert. Ein weiterer Einsatz ist in Oberbruch geplant, wie Ilona van Halbeek berichtete. Sie ist im Kreisgesundheitsamt zuständig für Suchtprophylaxe.

Dritter Baustein der neuen Kampagne ist eine Art Gütesiegel: ein stilisiertes Auge mit dem Slogan „Wir schauen hin!”. Damit können zum Beispiel Gaststätten, Diskotheken oder Verkaufsstellen für Alkohol selbst aktiv darauf hinweisen, dass sie im Ausschank oder bei der Abgabe darauf achten, dass Jugendliche nur die nach dem Jugendschutzgesetz zulässigen alkoholischen Getränke erhalten - und dies zudem im verträglichen Maß.

Für die von der Heinsberger Werbeagentur Team VK vorbereitete Kampagne und die ersten Materialien hat die die Arbeitsgruppe insgesamt rund 30 000 Euro investiert.

Franz Heinrichs dankte für die finanzielle Unterstützung nicht nur den fünf Jugendämtern, sondern auch der Kreissparkasse Heinsberg sowie der West Energie und Verkehr.