Selfkant-Höngen: Projekt „Solo für die Musik“ in Höngen wird immer beliebter

Selfkant-Höngen : Projekt „Solo für die Musik“ in Höngen wird immer beliebter

Im Kulturhaus des Selfkantlandes in Höngen gab es einen großen Andrang, denn: Die besten Konzerte finden oft im kleinen Rahmen statt. So füllte sich das Wohnzimmer des Kulturhauses erneut bis auf den letzten Platz.

Vor drei Jahren hatte Dorothea Blohm die Idee zum Musikprojekt für Hobbymusiker und sah im Kulturhaus ein würdiges Ambiente. Aller Anfang war schwer, jedoch weckte die Mund-zu-Mund-Werbung stetig die Begeisterung der Musikfreunde und das Publikum wuchs von Mal zu Mal. Die Zuhörer wüssten es zu schätzen, dass solche Hauskonzerte für Künstler und Publikum eine Bereicherung und eine Alternative zu Konzerten in großen Sälen seien.

Die Hausmusik lebt, die Vorfreude auf vergnügliche Stunden war in allen Gesichtern unverkennbar. Im Wohnzimmer des Kulturhauses saß das Publikum fast mit auf der Bühne, so nah kamen die Zuhörer den Musikern. In den Pausen und auch zwischendurch plauderten die Amateurmusiker zwanglos mit ihrem Publikum, es herrschte eine besonders familiäre Atmosphäre.

Durch das Programm führte Gottfried Engeldahl vom Kulturverein Selfkant, der wie alle Anwesenden von Beginn an ein Lächeln auf den Lippen hatte, denn die Musikamateure überzeugten allesamt ihr Publikum.

Trio „Amare“ eröffnet den Abend

Den Konzertreigen eröffnete das Trio „Amare“ mit Luise Gerhards-Piotrowski (Sopran), Annette van Lumig-Keeken (Mezzo-Sopran) und Nicole Wilms-Gielkens (Piano) mit bunten Melodien von Mozart bis Andrew Lloyd Webber. Dorothea Blohm (Piano) hatte einen bunten Melodien-Strauß aus Klassik und Moderne im Gepäck.

Trotz Frühlingsgrippe biss der junge Lukas Jansen aus Selfkant-Süsterseel die Zähne zusammen und spielte faszinierende Stücke auf seiner Gitarre.

Auch an diesem Abend gab es eine Premiere, diesmal für das Trio „Phiessko“ aus dem Heinsberger Land. Christoph Esser (Gitarre/Gesang), Heike Philippen (Saxofon) und Michael Kowalski (Cajon) fanden unverhofft zusammen. Es war bei einer Geburtsfeier, hier spielten Christoph Esser und Heike Philippen. Spontan ergriff das Geburtstagkind Michael Kowalski sein Cajon und machte mit, traf gleich den Rhythmus — das Trio „Phiessko“ war geboren.

„Der Reiz solcher Konzerte ist die niedrige Schwelle. Hier kann man sich als Musiker erproben und mitmachen, ohne ein gesamtes Konzert zu gestalten — ideal für Einsteiger und Amateure. Als Ergebnis kommt für die Zuhörer automatisch ein abwechslungsreiches Programm ohne den üblichen Leistungsdruck heraus“, beschreibt Christoph Esser den Charme des Hauskonzertes. Das Trio spielte sich gleich in die Herzen aller Zuhörer.

Erstmals spielte auch Josef Neutgens auf seinem Keyboard, er präsentierte volkstümliche Musik und überzeugte damit das Publikum. Schon zu den Stammgästen gehörte die Combo „Breukovisch.“ Manfred Breuers (Klarinette/Saxofon), Franklin Dorand (Bass), Marie-Claire de Vidal de St. Germain (Cajon/Skiffle Board/Gesang) und Peter Schlitt aus Heinsberg (Gitarre/Banjo/Gesang) zogen das Publikum in ihren Bann und ernteten frenetischen Applaus.

Weitere drei Musiker spielten ein Special aus Country-Songs und Folk-Liedern.

Der Gangelter Manfred Breuers spielte auf seiner Klarinette und trieb mit seinen Stücken voller Leidenschaft so manchem Zuhörer an diesem Abend die Tränen in die Augen. Da war Finesse wie einst zu Zeiten eines Benny Goodman im Kulturhaus zu spüren, es schien beinahe so, als würde der Meister selbst spielen.

(agsb)