Erkelenz: Professoren aus Russland erkunden Erkelenz

Erkelenz : Professoren aus Russland erkunden Erkelenz

„Uns ehrt es ganz besonders, dass wir auch Ort dieses Erfahrungsaustausches sein dürfen”: Dr. Hans-Heiner Gotzen, Erster Beigeordneter der Stadt Erkelenz, begrüßte am Mittwochvormittag im Alten Rathaus eine russische Professoren-Delegation.

Im Rahmen eines von der Europäischen Union initiierten Projektes, das im Rahmen eins Ost-West-Transfers die Ausbildung an Universitäten und Hochschulen in der russischen Föderation unterstützen soll, sind russische Professoren für einige Wochen zu Gast in Westeuropa.

Betreut werden sie unter anderem von den Hochschulen Nijmegen, Arnheim, Ahaus und Mönchengladbach. Mit Hilfe des EU-Projektes sollen die Professoren in die Lage versetzt werden, die Ausbildung von sozialpädagogischen Fachkräften in Russland zu verbessern.

Zehn Professoren und ein Professor aus Russland nahmen am Dienstag und Mittwoch an einem Fachprogramm in der Stadt Erkelenz teil. Bereits am Dienstagabend stand ein Treffen mit jugendlichen Spätaussiedlern und Streetworker Andreas Priesterath im Bauxhof auf dem Programm.

Der intensive Dialog bei diesem Besuch im Bauxhof-Jugendtreff sei bereits ein gelungener Auftakt gewesen, freute sich Gotzen am Mittwoch, als er die Gäste offiziell „in der guten Stube der Stadt Erkelenz” offiziell willkommen hieß und dabei auch die Grüße des erkrankten Bürgermeisters Erwin Mathissen übermittelte. Ein besonderer Willkommensgruß galt Professor Dr. Dieter Schüpp (Hochschule Niederrhein), der diese russische Delegation begleitete.

Jugendamtsleiter Rolf Langenbach, Sachgebietsleiter Claus Bürgers und Stadtjugendpfleger Thomas Weber informierten die Russen über die Sozialen Dienste des kommunalen Jugendamtes.

In der Begegnungsstätte Bauxhof ging es am Nachmittag dann um die Integration von Spätaussiedlern. Die Aufgaben der sozialen Betreuungsstelle und die Integrationshilfen wurden ebenso erläutert wie die Hausaufgabenbetreuung und die Freizeitgestaltung sowie die Beratungsangebote des Jugendgemeinschaftswerkes.

Dabei ging es nicht darum, die Situation schön zu reden. Der Erste Beigeordnete räumte offen ein: „Die Integration ist schwieriger geworden.” Während vor allem die Anfang der 90er Jahre nach Erkelenz gekommenen Aussiedlerfamilien eine hohe Integrationsbereitschaft und vor allen Dingen auch gute Deutschkenntnisse aufgewiesen hätten, sei zunehmend ein Problem bei der Sprache festzustellen.

Häufig würden ältere Personen den obligatorische Sprachtest bestehen und dann mit einer mehrköpfigen Familie einreisen, deren Mitglieder aber über keine Deutschkenntnisse verfügten. Erstaunlicherweise sei die Bereitschaft, diese mangelnden Kenntnisse zu beseitigen, auch bei einigen Jugendlichen nur gering ausgeprägt, stellte Gotzen fest. Gute Deutschkenntnisse seien aber der Schlüssel der Integration.

Vor ihrer Abreise statteten die Professorinnen und der Professor aus Russland dem evangelischen Jugendzentrum „ZaK” an der Mühlenstraße und dem katholischen Jugendzentrum „Katho” am Johannismarkt einen Besuch ab. Dabei wurden nicht nur die pädagogischen Konzepte der offenen Jugendarbeit vorgestellt, sondern auch Schwerpunkte wie das Internetcafé im „Katho”.