Probebetrieb: Multi-Bus naht, Disco-Bus nicht

Probebetrieb: Multi-Bus naht, Disco-Bus nicht

Kreis Heinsberg. Beim Forschungsprojekt Multi-Bus, das in den Gemeinden Gangelt, Selfkant und Waldfeucht ein flexibles System des Öffentlichen Personennahverkehrs - kombiniert mit einem Paketservice - möglich machen soll, wird ein Probebetrieb noch im kommenden Jahr angestrebt.

Dies ergab sich nach einem Sachstandsbericht, den Helmut Hoffmann, der Leiter der Verkehrsbetriebe bei den Kreiswerken Heinsberg, am Montagabend bei einer Sitzung des Verkehrsausschusses unter Vorsitz von Dr. Gerd Hachen im Heinsberger Kreishaus vortrug.

Noch seien Hausaufgaben zu machen und Fragen zu klären, so Hoffmann, dennoch sei nach einer ersten Auswertung einer Haushalts- und Unternehmensbefragung in dem Gebiet der drei Kommunen bereits beim Bundesforschungsministerium angefragt worden, um „grünes Licht” für die Konstruktion von speziellen Fahrzeugen für das Multi-Bus-Projekt zu erhalten. Gedacht werde an ein System mit Kleinbussen und speziellen Anhängern.

Angebot möglichst protestfrei zurückfahren

Über die Fortschreibung des Nahverkehrsplanes berichtete Dr. Stephan Krug von der Ingenieurgruppe IVV Aachen im Verkehrsausschuss. Als Rahmenbedingungen skizzierte er zunächst einmal den Kostendruck auf der einen und die gestiegenen Fahrgastansprüche auf der anderen Seite.

Das Angebot möglichst protestfrei zurückzufahren, also mit einer möglichst geringen Zahl von Betroffenen, sei eines der Ziele, wobei aber ein Mindeststandard für eine attraktive Grundversorgung erhalten bleiben müsse.

So sei beispielsweise die so genannte „Vertaktung” im Regionalbusverkehr wichtig. Anhand von Beispielen, die er mit geringen Fahrgastzahlen belegte, erläuterte Krug einzelne Maßnahmen, die im Entwurf des Nahverkehrplanes vorgesehen sind.

So werde samstags bei der Schnellbuslinie 2 (Geilenkirchen - Übach-Palenberg - Baesweiler) an ein Einstellen zu Gunsten der Linie 431 (Parallelverkehr) gedacht.

Auf der Linie 406 (Erkelenz - Golkrath - Kleingladbach - Ratheim) werde von montags bis freitags ein Einstellen des letzten Umlaufs (nach 19 Uhr) erwogen, samstags ein Wechsel vom 60- auf den 120-Minuten-Takt.

Ablehnung bei CDU und FDP

Einen Antrag zur Wiedereinführung des Disco-Busses hatten die Grünen gestellt. Verwiesen wurde auf die sehr positive Resonanz bei einer von den Grünen im September in Eigenregie veranstalteten Disco-Bus-Tour.

Dr. Horst Wamper (CDU) signalisierte aber Ablehnung. Der Disco-Bus sei abgeschafft worden, weil er nicht finanzierbar gewesen sei, weil er aber auch nicht sicher gewesen sei. Ein von mehreren Jugendlichen gemeinsam genutztes Taxi mit Transport bis zur Haustüre biete deutlich mehr Sicherheit.

Denkbar sei aber, zum Beispiel den Multi-Bus auch auf der Discostrecke einzusetzen, eben als flexibles Anrufbussystem. Für die Grünen hielt ihr Sachkundiger Bürger Kogler schließlich zumindest noch einen Teil des Antrags aufrecht zur Abstimmung: Die Ingenieurgruppe IVV sollte demnach beauftragt werden, ein neues Konzept zur Attraktivitätssteigerung des Disco-Busses vorzulegen und in den Nahverkehrsplan einzuarbeiten.

Aber auch dieser Antrag wurde bei Zustimmung von SPD und Grünen mit der Mehrheit von CDU und FDP abgelehnt.