Prinzenorden für Mandatsträger!

Prinzenorden für Mandatsträger!

Die Kämmerer raufen sich die Haare, die Parteien durchforsten die Haushalte bis in die letzten Winkel, um zu sparen, zu sparen, zu sparen.

Schließlich gehört ein Haushaltssicherungsgesetz nicht zu den beliebtesten Vorgaben, mit denen sich eine Kommune zu beschäftigen hat. Da ist viel Fantasie gefragt, wie sie zum Beispiel im Vorschlag eines Stadtverordneten aus dem Kreisgebiet zum Aus-druck kommt, der gleich zwei Ämter auflösen will: das Umwelt- und das Wirtschaftsförderungsamt.

Während Ersteres noch zu verstehen ist - schließlich wird eh zu viel Buhei gemacht um Feldhamster, Krötenwanderungen und Baumschutz, der vor allem im Herbst sauberen Bürgersteigen im Wege ist - gibt es bei der Abschaffung des zweiten gedankliche Schwierigkeiten. Letztendlich ist eine erfolgreiche Wirtschaftsförderung ein möglicher Garant für das Stopfen von Haushaltslöchern. Aber ließe sich nicht an anderen Stellen viel erfolgreicher sparen?

Zum Beispiel könnte jede Klassenpflegschaft die Säuberung der Schulen so organisieren, dass durch Eigenarbeit die Einstellung von Reinigungskräften überflüssig würde. Und solche Sachen wie öffentliche Büchereien: Die Leute sehen sowieso lieber "Deutschland sucht den Superstar", als dass sie lesen.
Und wer unbedingt lesen will, der kann sich ja ab und zu ein Buch selber kaufen. Oder Zuschüsse zu baulichen Denkmalpflegemaßnahmen: Sind es nicht gerade die Ruinen, die uns als Zeugen der Vergangenheit so anziehen? Und könnten die Aufwandsentschädigungen für die Tätigkeit der Stadtverordneten nicht ersetzt werden durch Ehrenurkunden und Prinzenorden?