Selfkant-Saeffelen: Prinz, Bauer und Jungfrau außer Rand und Band

Selfkant-Saeffelen : Prinz, Bauer und Jungfrau außer Rand und Band

Mit dem Soefelder Schunkelwalzer startete die 35. Karnevalsitzung in Saeffelen. Eine Premiere feierte die kleine Garde. Mit einem flotten Gardetanz bestanden die Mädchen ihre Feuertaufe. Kurz vor der Sitzung nahmen die beiden Sitzungspräsidenten André Mobers und Arno Vraetz ein Bad, letzte Vorbereitungen wurden getroffen.

Marion Loomans und Oliver Craenen spielen diese Szene in einer Wanne auf der Bühne nach. Schwungvoll ging es weiter mit den jungen Damen von „Mission Monday“. Das Männerballett präsentierte eine lange, aufwendige Kostümshow unter dem Titel „Berühmte Paare und Gruppen zu Gast in Saeffelen“. Im Minutentakt wechselten Kostüme und Musik. Helene Fischer mit Florian Silbereisen, Sissi und König Ludwig, Roy Black und Anita, Kermit und Miss Piggy oder Dirty Dancing: Saeffelen erlebte ­einen ganz besonderen Showact.

Als das Doppelduo Twi-e & Twi-e anrückte, ahnten viele, was kommen würde. Musikalisch wurden die Top-Ereignisse der letzten Monate unter die Lupe genommen: mit passenden Melodien und eigenen Texten. Da blickten die Musiker zunächst nach Isenbruch auf das Fest 50 Jahre nach Rückgliederung. „August 63, der Selfkant kütt trück“ hieß einer der Beiträge. „Ein Kabel wie dieses, bringt uns in die neue Zeit, ist was für die Ewigkeit“ ,hieß es vor einem Jahr. Und nun folgte die Fortsetzung: „Jetzt geht‘s los, es ist nicht mehr aufzuhalten — das Kabel da!“ „En se schöppe, schöppe en schöppe“, griffen sie die Buddel-Olympiade in der Glasfasergroßbaustelle Selfkant auf.

Früher wurde erst kurz vor Mitternacht das bestgehüteste Geheimnis um das Dreigestirn gelüftet, diesmal ließ man schon kurz vor der Pause die Katze aus dem Sack. Die Soefelder Stadtgarde marschierte mit vielen Tanzmariechen und dem neuen Dreigestirn ein. Prinz Frank I. (Nigel Peters), Bauer Lutz (Rösseler) und Jungfrau Pascalle (Pascal ­Beckers) — alle drei Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr — wurden feierlich in ihr Amt eingeführt. Die Tollitäten erlebten Glücksmomente, sie waren für Minuten ­außer Rand und Band. Nach der Prinzenrede huldigten die strammen Kerle der Stadtgarde dem Dreigestirn mit ­einem Stippeföttche-Tanz. Die Superfrau im Selfkantkarneval folgte mit Sonja Levers als „Susi op de Stohl“ (auf ­einem übergroßen Doppelstuhl) — da blieb kein Auge trocken.

In Saeffelen sind zur fünften Jahreszeit alle „jeck“. Sogar der Kirchenchor wechselte sein Liedsortiment, sorgte unter Begleitung von Karl Mobers mit Schunkelliedern und rheinischen Karnevalsoldies für Stimmung und gute Laune. „Mission Monday“ hatte James Bond im Gepäck. Erstmals in Saeffelen in der Bütt stand Julia Fiddelers: Als verhindertes Tanzmariechen zog sie vom Leder. Sieben Punk-Ladies rockten mit ihrem Show-Tanz „Drecksluder“ den Narrenpalast Wolter/von Cleef. Im Laufe des Abends dankten die beiden Sitzungspräsidenten allen ehrenamtlichen Helfer mit dem Hausorden. Twi-e&Twi-e präsentierten kölsche Hits. Und dann ging dann es nahtlos zum großen Finale über. Das fünfstündige Programm (unterstützt vom Musikverein) fand einen stimmungsvollen Abschluss. Saeffelen sang: „So ein Tag so wunderschön wie heute“.

(agsb)