Kreis Düren: Prinz Albrecht schmeckt auch Apfel-Allergikern

Kreis Düren : Prinz Albrecht schmeckt auch Apfel-Allergikern

Der Verein zur Förderung des Naturschutzes im Kreis Düren hat jetzt seine zweite Exkursion zu einer Streuobstwiese von Nicola und Gerhard Kuckertz in Nideggen-Rath unternommen.

Dort wurde den Mitgliedern von Rainer Wiertz gezeigt, wie man Obstbäume fachgerecht schneidet, es wurden verschiedene alte Apfelsorten vorgestellt und viel Wissenswertes zum Lebensraum des geschützten Steinkauzes berichtet.

26 Mitglieder waren dabei. Sie wurden von Walter Mörsch, dem Vorsitzenden, und Alexandra Schieweling, der ersten Stellvertreterin des Fördervereins, empfangen. Rainer Wiertz aus Vossenack, promovierter Gartenbauer, erklärte, welche Äste und Triebe bei einem Apfelbaum entfernt werden müssen, damit er gute Früchte bildet, und den Unterschied zwischen Blatt- und Fruchtknospen. Die Besucher verkosteten alte Apfelsorten wie Prinz Albrecht und Eifler Rambour, die im Gegensatz zu modernen Sorten in der Regel von Allergikern vertragen werden.

„Der Steinkauz ist eine geschützte Art und lebt im Kreis Düren auf Obstwiesen, wo das Gras durch Beweidung oder Mahd kurz gehalten wird, wie hier auf der Obstwiese von Nicola und Gerhard Kuckertz“, erklärte Alexandra Schieweling von der Biologischen Station Düren zur Ökologie der kleinen Eule. Der Kauz lebt und brütet auf der Obstwiese in einer dauerhaft installierten Steinkauzröhre und hatte in diesem Jahr zwei Junge.

160 Bäume

Gerhard Kuckertz ist Obstbaumwart und hat die Obstwiese zusammen mit seiner Frau Nicola 2015 erworben. Bei der Pflege seiner 160 Bäume wird er von „Baumpaten“ unterstützt, die gegen kleines Geld „ihre“ Bäume pflegen und das Obst ernten dürfen. Der Rest geht an umliegende Biomärkte. Seit vergangenem Jahr hat die Streuobstwiesenlandwirtschaft in Nideggen-Rath das Biolandsiegel.

Der Förderverein setzt sich für den Naturschutz ein und unterstützt Projekte. So wurde in diesem Jahr ein Amphibienschutzzaun für die Gemeinde Vettweiß mitfinanziert, der in Müddersheim zum Einsatz kommt. Zum ersten Mal führte der Verein in diesem Jahr mit der Biologischen Station Düren einen Vogelbestimmungskurs für Einsteiger durch.

Die Nachfrage war so groß, dass der Kurs im nächsten Jahr mit fünf Terminen erneut angeboten wird. Auf den Wiesen rund um das Kloster Mariawald unterstützte der Förderverein ein Mahdgut-Übertragungs-Projekt der Biologischen Station. Der Schnitt von artenreichen Flächen wurde auf die Wiesen aufgebracht, um die Pflanzenvielfalt wieder zu erhöhen. Die Arbeit der Obstbaumwarte im Raum Jülich unterstützte der Verein mit der Anschaffung einer Leiter für den Obstschnitt.

Nähere Informationen zum Förderverein gibt Walter Mörsch unter der E-Mail moerschwa@gmx.de, telefonisch unter Telefon 02423/4432 oder auf der Homepage www.biostation-dueren.de.

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