Preuß: „Überraschend”, Deckers: „Richtiger Weg”

Preuß: „Überraschend”, Deckers: „Richtiger Weg”

Kreis Heinsberg. Für Kreisverwaltungsdezernent Helmut Preuß, der am 21. Januar von Kreistagsfraktion und Kreisvorstand der Union nominiert worden war, kam die Entscheidung des CDU-Spitzengremiums am Mittwochabend „sicherlich überraschend”.

Nach seiner Einschätzung galt die laut gewordene Kritik aber nicht seiner Person, sondern vielmehr dem Verfahren. „An dem Verfahren war ich nicht beteiligt”, erklärte Preuß. Es sei auch nicht seine Aufgabe, dies zu kommentieren. Ihm sei die Kandidatur angetragen worden, er sei ihr nicht hinterhergelaufen.

An seiner Bereitschaft, für das Amt des Landrates zu kandidieren, „hat sich nichts geändert”, so Preuß am Donnerstag auf Anfrage. Die Entscheidung über den Kandidaten liege einzig und allein bei der Kreisvertreterversammlung der CDU, die am 13.Mai in der Stadthalle von Heinsberg tagen wird.

„Erwachsen genug”

Preuß will sich bemühen, für alle zehn Stadt- und Gemeindeverbände ein akzeptabler Kandidat zu sein. Er wolle sich nicht in eine bestimmte Ecke stellen lassen. Preuß sieht keine Belastung für eine weiterhin reibungslose Zusammenarbeit in der Kreisverwaltung mit dem Mitbewerber, Kreisdirektor Peter Deckers. Sie seien beide „erwachsen genug”, über diesen Dingen zu stehen.

Kreisdirektor Peter Deckers begrüßte am Donnerstag den Beschluss vom Vorabend. Für ihn ist dies „der richtige Weg, wieder zu einem fairen Verfahren zu gelangen”. Er habe große Achtung vor dem Kreisvorsitzenden Dr.Hanno Kehren, der die Verantwortung für den Vorstandsbeschluss vom 21. Januar und dessen Zustandekommen übernommen hatte. In einem Brief an den CDU-Kreisvorsitzenden hatte Deckers seine Ambitionen eindeutig zum Ausdruck gebracht: „Mit der Unterstützung meines Ortsverbandes und des Stadtverbandes Heinsberg werde ich die Kandidatur anstreben.”

Fraktion: Sondersitzung

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Kreistag, Heinz-Jakob Paulsen, wollte am Donnerstagmorgen auf Nachfrage die Entscheidung vom Mittwochabend nicht kommentieren. Die Kandidatennominierung sei Aufgabe der Kreispartei, sagte er. Und die Kreistagsfraktion habe in dieser Frage bereits Stellung bezogen.

Im Laufe des Tages gab es dann aber doch noch eine andere Entwicklung, die schließlich zu einem Brief von Paulsen an die Mitglieder der Fraktion führte. Er habe seinen Fraktionskollegen empfohlen, so Paulsen, erst einmal Ruhe einkehren zu lassen und dann später doch noch einmal das Thema leidenschaftslos aufzugreifen.

Paulsen schwebte dabei als Beratungstermin der 9.März vor. Doch bei der turnusmäßigen kurzen Fraktionssitzung am späten Donnerstagnachmittag vor der Kreistagssitzung drängten Fraktionsmitglieder darauf, sich früher erneut mit dem Thema Landratskandidatur zu befassen. Schließlich wurde einvernehmlich für den 17. Februar eine Sondersitzung der Fraktion einberufen.

„Volle Verantwortung”

Auf die Frage, ob er bei seiner Übernahme der „vollen Verantwortung” sogar an einen Rücktritt gedacht habe, sagte Kreisvorsitzender Dr. Hanno Kehren am Donnerstag, er habe erwogen, möglicherweise die Vertrauensfrage zu stellen. Doch nach Rücksprache mit Vorstandskollegen habe er diese Überlegung wieder verworfen, nicht zuletzt auch deshalb, weil durch die neue Beschlussfassung die Angelegenheit habe „geheilt” werden können.

Für die beiden Kandidaten Preuß und Deckers (sowie für eventuell noch antretende Mitbewerber) ist jetzt eine Vorstellung bei den Stadt- und Gemeindeverbänden geplant. Der Auftakt soll am 11.März bei den Christdemokraten in der Gemeinde Selfkant erfolgen.

Kreis-Haushalt verabschiedet

In der Kreistagssitzung am Donnerstagabend im Heinsberger Kreishaus stand die Verabschiedung des Kreis-Haushaltes für das Jahr 2004 im Mittelpunkt.

Die CDU-Mehrheitsfraktion setzte den Etat gegen die Stimmen von SPD, FDP und Grünen durch. Auch das fraktionslose Kreistagsmitglied Hans Feiter stimmte für das Zahlenwerk.