Premiere der „Workin” übertraf die Erwartungen

Premiere der „Workin” übertraf die Erwartungen

Kreis Heinsberg. Dr. Joachim Steiner, der Chef der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG), zog nach der Premiere der „Work in Kreis Heinsberg” im Gespräch mit der AZ mehr als zufrieden Bilanz: „Unsere Erwartungen wurden übertroffen.”

Rund 1000 Besucher waren am Samstag ins Visitors Center nach Wildenrath gekommen.

„Warum in die Ferne schweifen . . .”, zitierte Dr. Michael Jungblut, Wirtschaftschefredakteur beim ZDF, in seinem Vortrag über Perspektiven für Pendler und Jobeinsteiger Goethe. Mit seiner modernen Wirtschaftsstruktur habe sich der Kreis nach dem schmerzhaften Weg weg von der Kohle Zukunftschancen eröffnen können.

Diese Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt gelte es bekannt zu machen. Zu einer langfristig angelegten Personalpolitik für die Region sollten dabei auch Netzwerke der Unternehmen gehören.

Mit ihrem gemeinsamen Auftritt wollten die acht Firmen und die WFG bei der ersten „Work in”, mit der als Pilotprojekt ein innovativer Weg des Personalmarketings beschritten werden sollte, Chancen und Möglichkeiten in der heimischen Region in Form von aktuellen Jobangeboten und zukünftigen Beschäftigungsperspektiven aufzeigen.

Pendler bildeten dabei ebenso eine Zielgruppe wie Schüler, Studienabsolventen, Berufseinsteiger oder engagierte Erwerbslose.

Schon zur Eröffnung am Vormittag hatten sich viele Gäste eingefunden. In der von AZ-Regionalredakteur Dieter Schuhmachers moderierten Talkrunde zollten sowohl Hedwig Klein, Bürgermeisterin der Stadt Wegberg, und Bernd Schumacher, stellvertretender Landrat des Kreises Heinsberg, als auch Jakob Wöllenweber, Geschäftsführer der Industriepark Oberbruch GmbH & Co. KG, der WFG für ihr Engagement viel Lob.

WFG-Chef Dr. Steiner vernahm es gerne und dankte selbst all jenen, die bei der Realisierung Hilfestellung geleistet hatten. Dazu habe das NRW-Wirtschaftsministerium (Minister Ernst Schwanhold war Schirmherr) ebenso gezählt wie die Sponsoren oder die AZ als Medienpartner. Er dankte aber auch der Agentur Team VK als Organisator sowie WFG-Projektleiter Axel Wahlen und WFG-Mitarbeiterin Elke Schreeck.

Schon während der offiziellen Eröffnung gab es an den Infoständen von IPO, QVC, Wirth, Frauenrath, Examind, Krappen Holzcentrum, Mobau Wirtz & Classen und Siemens viele Gespräche. Das Interesse wurde unterschiedlich dokumentiert: von unverbindlichen Anfragen bis hin zur Abgabe von Bewerbungen, deren Formen vom dicken „Paket” bis zur modernen Version auf CD-Rom reichten.

Über 60 Jobs (von Sekretärin bis Metallbauer) hatten die Firmen konkret anzubieten, doch stand auch die allgemeine Information rund um das Thema Beruf im Blickpunkt. So vermittelten Gabriele Bautz (Frauenrath), Sabine Törber (IPO) und Dirk Dieball (QVC) als Personalleiter bei einer Expertenrunde auf AZ-Fragen viele nützliche Tipps rund ums Vorstellungsgespräch.

Die Vertreter der acht Firmen waren mit der erzielten Resonanz rundum zufrieden. Allein bei der Unternehmensgruppe Frauenrath gab es beispielsweise über 20 konkrete Bewerbungen und eine Vielzahl weiterer aussichtsreicher Kontaktaufnahmen.

WFG-Geschäftsführer Dr. Steiner ging am Abend „fast fest davon aus, dass es eine Neuauflage geben wird”, wahrscheinlich sogar mit mehr Firmen; es sei denn die Konjunktur spiele da einen Streich. Denn letztlich werde auch der Rhythmus, in dem solche Wiederholungen stattfinden könnten, natürlich vom Arbeitskräftebedarf abhängen.

„Dramatischer Strukturwandel” gelungen

In der Diskussion unter Leitung von Dr. Michael Jungblut blickte Lothar Mahnke, Mitgesellschafter des Berliner Planungsbüros Regionomica (ehemals Geschäftsführer der IHK Aachen und Bereichsleiter der Prognos AG), zurück auf einen „dramatischen Strukturwandel im Kreis Heinsberg”, der, wenn er auch unter anderen Rahmenbedingungen stattgefunden habe, fast schon mit dem Wandel in Ostdeutschland vergleichbar gewesen sei.

Dass dieser im Kreis so gut gelingen würde, „hätte ich vor zehn Jahren nicht vorauszusagen gewagt”, so Mahnke, der eine stärkere Entwicklung des unternehmensbezogenen Dienstleistungssektors anmahnte.

„Volles Haus” auch bei den Workshops

„Volles Haus” gab es auch bei den Workshops im Konferenzraum des VCW im ersten Obergeschoss: Sowohl die Praxis-Tipps von Diplom-Kaufmann Stefan Sleegers, Personalberater aus Neuss, zum Bewerbungstraining als auch die Ausführungen von Diplom-Ingenieur Gerd Datené, Führungskräftetrainer aus Kempen, verfolgten jeweils 70 Interessenten mit großer Aufmerksamkeit.

Beim „Burn Out” weilte unter anderen der Pantomime Nemo unter den Zuhörern. Ob er da noch letzte Inspirationen erhalten wollte? Wenig später stand er jedenfalls als „Der Ausgebrannte” auf der Bühne im Foyer und begeisterte sein Publikum.