Kreis Heinsberg: Preisverleihung: Ehrenvolles ehrenamtliches Engagement

Kreis Heinsberg : Preisverleihung: Ehrenvolles ehrenamtliches Engagement

„Die vielen ehrenamtlich engagierten Menschen hier im Kreis Heinsberg sind für die Gesellschaft unverzichtbar.“ Dies hat Sparkassendirektor Thomas Pennartz am Freitagnachmittag bei einer Feierstunde in der Heinsberger Filial­direktion des Geld­instituts betont.

Die Sparkassen-Stiftung hatte zum vierten Mal den Preis „Integration“ ausgeschrieben, mit dem ­herausragendes privates Engagement in diesem Bereich gewürdigt wird. Diese mit 2500 Euro dotierte Auszeichnung ging an die Eheleute Inge und Heinz Fiegen aus der Gemeinde Selfkant. Zudem hatte die Kreissparkasse zum zweiten Mal den Deutschen Bürgerpreis auch auf lokaler Ebene ausgeschrieben. Geehrt und mit jeweils 1500 Euro belohnt wurden Michael Kutz vom Deutschen Kinderschutzbund in ­Erkelenz in der Kategorie „Alltagshelden“ und Wilhelm Josef Caron von der Kinderkrebshilfe Ophoven in der Kategorie „Lebenswerk“. Alle Geehrten dankten für den Preis, stellten aber insbesondere das Engagement ihrer vielen Mitstreiter heraus.

Der Preis „Integration 2017“ ging an die Eheleute Inge und Heinz Fiegen aus der Gemeinde Selfkant. Bei der Feierstunde zur Preisverleihung am ­Freitag in der Heinsberger Filialdirektion der Kreissparkasse gratulierten Sparkassendirektor Thomas Pennartz (l.) und der Erkelenzer Bürgermeister Peter ­Jansen (r.) als Kuratoriumsvorsitzender der Sparkassen-Stiftung den Preisträgern zu dieser Auszeichnung.
Der Preis „Integration 2017“ ging an die Eheleute Inge und Heinz Fiegen aus der Gemeinde Selfkant. Bei der Feierstunde zur Preisverleihung am ­Freitag in der Heinsberger Filialdirektion der Kreissparkasse gratulierten Sparkassendirektor Thomas Pennartz (l.) und der Erkelenzer Bürgermeister Peter ­Jansen (r.) als Kuratoriumsvorsitzender der Sparkassen-Stiftung den Preisträgern zu dieser Auszeichnung. Foto: agsb

In der Laudatio auf die von einer Jury mit dem Integrationspreis bedachten Eheleute Fiegen erinnerte der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen als Kuratoriumsvorsitzender der Sparkassen-Stiftung an das Jahr 1992. Damals habe sich Heinz Fiegen ein Bild von der Unterbringung der Asylbewerber auf dem Gelände der ehemaligen Löwensafari in Tüddern gemacht und entschieden: „Das kann so nicht bleiben!“ Durch seinen Einsatz sei mit dem Gebäude der ehemaligen Molkerei in Höngen eine andere Unterkunft gefunden worden.

Gleichzeitig sei dies der „Startschuss“ gewesen für unermüdliches ehrenamtliches Engagement, das durch die Entwicklung in den letzten Jahren nicht nur noch einmal an Bedeutung, sondern auch an zeitlichem Aufwand zugenommen habe. Es reiche von der Unterstützung bei Behördengängen über das Einsammeln von Spenden jeglicher Art bis zur Verteilung von Möbeln und Kleidung. Die Hilfesuchende hätten stets eine offene Tür vorgefunden.

Inge Fiegen habe ihrem Mann den Rücken freigehalten und ihn immer stärker unterstützt. Die Eheleute hätten sich nunmehr über 25 Jahre mit hohem zeitlichem Einsatz und in einer herausragenden Vielfalt für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund eingesetzt. Sie hätten viel Unterstützung auch von Dritten erfahren. Dennoch müsse es immer besonders engagierte Menschen geben, die „die Fäden in der Hand halten, die genau wissen, was gebraucht wird und wo man das besorgen kann, und — nicht zuletzt — das Vertrauen der Unterstützer genießen, dass die Hilfe ankommt und gerecht verteilt wird“ .

Peter Jansen bezeichnete Heinz Fiegen als Initiator, Anpacker, Helfer, Motivator und geschickten Steuerer. Und er wünschte den Eheleuten, dass sie vor allem den Spaß an ihrer Arbeit nicht verlieren und dass die positiven Erlebnisse mit den Geflüchteten ihnen die Kraft geben mögen, sich noch lange für das einzusetzen, was ihnen seit 25 Jahren am Herzen liege.

Sparkassendirektor Pennartz bescheinigte Michael Kutz vom Deutschen Kinderschutzbund (Ortsverband Erkelenz) ein großes Herz, hohe Motivation und viel Energie. So setze er sich für die Interessen, die Rechte und zum Wohle von Mädchen und Jungen und deren Familien ein. Es sei seinen besonderen Fähigkeiten zu verdanken, dass über die Jahre ein großes Netzwerk aufgebaut worden sei, das Einrichtungen, Initiativen und andere Ehrenamtler miteinander verknüpfe.

Kutz gelinge es, die notwendigen Verbindungen herzustellen, „damit Ideen zu erfolgreichen Projekten werden“. Seit 2015 habe er zusätzlich die Betreuung für die dem Kinderschutzbund von der Stadt Erkelenz anvertrauten minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge übernommen. Nahezu rund um die Uhr sei er für die Jugendlichen da, helfe bei Behördengängen und bei Arztbesuchen, sei gleichzeitig Chauffeur, Hausmeister und Einkaufshelfer, aber vor allem sei er einfach da, wenn er gebraucht werde.

Wilhelm Josef Caron habe vor fast 30 Jahren die Interessengemeinschaft Ophoven — Hilfe für krebskranke Kinder gegründet. „Unbürokratische und schnelle Hilfe für Betroffene“ — so lasse sich Carons Arbeit in wenigen Worten zusammenfassen, sagte Pennartz. Doch dahinter stecke so viel mehr: Unermüdlich werbe Wiljo Caron für die gute Sache. So sei es ihm gelungen, die IG weit über die Region hinaus bekannt zu machen.

Die wichtige soziale Begleitung in und außerhalb der Behandlungszentren bezahle keine Krankenkasse. Unter anderem darum kümmere sich die Krebshilfe Ophoven, die für viele betroffene Familien Anlaufstelle und Stütze geworden sei. Caron wisse, wie wichtig eine mitfühlende und kompetente Unterstützung betroffener Familien sei. In den letzten 29 Jahren habe die Kinderkrebshilfe Ophoven unter seiner Leitung ein beachtliches Ergebnis erzielt: „Über 4,5 Millionen Euro wurden für die Hilfe krebskranker Kinder zusammengetragen!“

(disch)