Düren: Praxisnahe Ausbildung im Copy-Corner

Düren : Praxisnahe Ausbildung im Copy-Corner

Marketing, Einkauf, Verkauf: Für 16 Schüler des Berufskolleg Kaufmännische Schulen ist der Unterricht zum Geschäftsleben geworden. Im „Copy Corner”, einem von den Jugendlichen selbst geführten Kopier- und Schreibwarenladen, lernen sie ab sofort praxisnah das Geschäftsleben kennen.

„Mit der Realisierung dieses innovativen Konzepts haben wir den ausgetretenen Weg des inhaltsbezogenen Schulunterrichts verlassen und bei den Jugendlichen ohne Ausbildungsverhältnis den Weg des geschäftsprozessbezogenen Unterrichts eingeschlagen”, erklärt Schulleiter Dr. Karl Wolff den von den Lehrern Anna Maria Caspers, Daniela Körner und Rolf Kleinholtz entwickelten Ansatz, der in NRW nach Aussage der Kölner Bezirksregierung einmalig ist.

Das neue Konzept ist Teil des Projekts „Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf” (BQF). Es soll helfen, die Jugendlichen fit für den Berufseinstieg zu machen. Und weil Praxis der beste Lehrmeister ist, „vermitteln wir den Jugendlichen nun in und mit dem Geschäft die Kompetenzen, die ihnen helfen sollen, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen”, erklärte Dr. Karl Wolff bei der Eröffnung des Kopierladens am Mittwoch den Gästen aus der Dürener Wirtschaft, die mit ihren Spenden das Projekt erst ermöglicht haben.

Auch die praxisnahen Lerninhalte wurden eng mit örtlichen Betrieben abgestimmt, mit einem SB-Markt und einem Bekleidungsfachgeschäft. Schließlich ist auch die Industrie- und Handelskammer Aachen involviert, die das Berufskolleg autorisiert hat, diese praxisnahe berufliche Qualifizierungsmaßnahme durchzuführen.

Für die drei Schüler-Geschäftsführer Jenny Schmidt, Daniel Lanca und Patrick Sentzas heißt es ab sofort mit ihrem Team die Mitschüler des Berufskollegs auf die Angebote ihres „Copy Corners” aufmerksam zu machen. Sie müssen gezielt für ihr Geschäft die Werbetrommel rühren, Preise kalkulieren und den Einkauf organisieren. Nach den ersten Eindrücken ist Schulleiter Wolff äußerst zuversichtlich: „Erfolg beflügelt.” Er hofft, dass das Projekt das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl der Jugendlichen auf dem Weg zu einem Ausbildungsplatz stärkt.